08.08.2011

Hartz IV - Gesetz mit Todesfolgen

Volker Wulle

Solche Nachrichten muß man erst einmal verdauen.

Aber wen wundert es noch, wenn ein Staat mit Menschen umgeht wie mit Laborratten.

Nicht genug, dass durch Regelsatzleistungen sowie der Umsetzung des ALG II permanent die Menschenwürde missachtet wird - schlimmer noch - durch Sanktionen (Bestrafungen) werden die allernötigsten Existenzgrundlagen verweigert und Todesfolgen in Kauf genommen.

Das nenne ich Mord.

Mit welcher Verachtung und Gewissenlosigkeit wird in der BRD Politik betrieben, mit welcher Gewissenlosigkeit und Verachtung agieren die Vollstrecker dieser Politik?

Was ist los mit diesem Land, wenn das Töten durch Nahrungsentzug als legitimer politischer Wille angesehen wird?

Was ist von einem Staat zu halten, der Menschen schon im Leben abtötet, indem er sie durch den Entzug ihrer gesellschaftlichen Rechte und Bedürfnisse in eine Isolationshaft zwingt, in der sie zwangsläufig vereinsamen?

Hatten wir das nicht schon einmal in unserer Vergangenheit, wo eine Staatsgewalt "unwertes Leben" vernichtet hatte?
Ja, hatten wir, aber dafür benötigen wir heute keine Lager mehr.

Es macht mich nicht nur wütend, ich verspüre eine sich immer mehr manifestierende Angst, da ich als Hartz IV-Betroffener selbst von Hunger bedroht bin.

Und ...
Ich verspüre auch eine zunehmende Angst, meine Meinung in diesem Blog frei zu äußern.

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Kommentare:

PeWi hat gesagt…

Auch mir ist es manches Mal komisch in der Magengegend, wenn ich wieder etwas im Blog schreibe. Wielange werden wir das noch können? Einfach so? Irgendwie komme ich mir so vor, wie früher, wo ich erst nachgedacht habe, ob ich etwas sagen kann und ob es mir schaden könnte.

frei-blog hat gesagt…

Wobei Du darüber noch berichten könntest.
Die nächste Generation aus der ehemaligen DDR wird es vergessen.

Sylli hat gesagt…

Der Kommentar von Volker Wulle spricht mir aus dem Herzen!


Es ist auch nicht nur der Hunger, sondern noch die Versklavung in
1 Euro Job´s um den Lohndamping noch zu fördern.

Cori hat gesagt…

So erniedrigend es den betroffenden Personen auch vorkommen mag (und ich war selbst auch einmal Hartz IV - Empfänger, nur, um gleich alle Missverständnisse aus dem Wehg zu räumen): Es gibt Einrichtungen wie die Tafel, an die man sich wenden kann, wenn man Hunger hat. Es ist schlimm, dass es im Zweifelsfall so weit kommen kann, aber verhungern MUSS bei uns, glaube ich, niemand. Ungeachtet dessen IST und BLEIBT HArtz IV ungerecht, das System verkorkst und das Gefühl der Geborgenheit auf der Strecke.