von Volker
Ich sitze vor meinem PC, mitten im Taunus, die Sonne scheint kräftig durch die große Fensterfront, eine Elster tummelt sich auf der Wiese und winzige Staubpartikel glitzern in meinem Wohnzimmer.
Ein Gefühl von Harmonie und Frieden.
Ein trügerisches Gefühl, das eine Hoffnung nährt, der ich mich gerne länger hingeben möchte, wären da nicht diese Gedanken, diese schrecklichen Wahrheiten, die ich - wenigstens für eine kurze Zeit - versuche zu verdrängen, da ich eine Seele besitze und sie auch hüten muß, damit sie nicht zerbricht.
Gedanken lassen sich allerdings nicht aufhalten oder abstellen. Gedanken, wie es mit meinem Leben weitergehen wird. Gedanken über den Störfall Mensch, der mit zerstörerischer Kraft seinen eigenen Untergang vorbereitet.
Gedanken über vergangene Kriege, deren Leid und Zerstörung nur diejenigen beschreiben können, die diese Kriege ertragen mußten.
Gedanken über die letzten zwanzig Jahre, die nichts anderes brachten, als immer wieder neue Kriege, auf der Suche nach dem optimalen Overkill, um Macht und Reichtum zu sichern.
Wir reden über Kriege, als gäbe es nichts anderes auf der Welt, um unsere erbärmliche Existenz durch Mord und Vernichtung zu rechtfertigen.
Wer sind wir?
Was maßen wir uns an, über Leben und Überleben zu entscheiden?
Ich sitze immer noch vor meinem PC, mitten im Taunus, die Sonne hat sich verabschiedet, und ich frage mich, ob ich überhaupt dazu in der Lage bin, dies alles begreifen zu können.
Nein. Ich kann es nicht begreifen.
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