von Volker
Der Mensch, eine frei verfügbare Masse für politische und wirtschafliche Ziele, verliert seinen Anspruch, als ein soziales Wesen existieren zu dürfen.
Dafür werden Menschen gezielt in die Armut gedrückt.
Wer um seine tägliche Existenz kämpfen muß, wird geschwächt und bleibt geschwächt.
Durch den Entzug ausreichender Nahrung sowie sozialer Bindungen wird der Mensch entkernt, und zu einer beliebig formbaren Masse neu herangezüchtet.
Wir nennen dies: Staat, Gesellschaft, Demokratie, soziale Verantwortung, freiheitliche Grundordnung, Ethik, Moral, Christentum, Nächstenliebe ..
Wenn ich in einem Gespräch auf meine Situation als Hartz IV-Empfänger aufmerksam mache, stellt man mir meist zuerst die Frage:
"Gibt es keine Tafel in deiner Stadt?"
Ist es nicht sehr beschämend, wenn wir "Tafeln" als eine Normalität ansehen, als eine Realität, die wir gedankenlos akzeptieren?
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4 Kommentare:
Tafel, das ist auch so ein Hohn. Wieso finden wir es nicht beschämend, dass Menschen mit Abfällen gefüttert werden. (Ich verwende mal den Begriff, obwohl es in den meisten Fällen kein Abfall ist, aber für die Supermärkte schon. Manche werfen sogar lieber weg.) Menschen stehen bettelnd vor den Läden, in denen die Tafeln untergebracht sind und die Ehrenamtlichen meinen noch, dass sie ein gutes Werk tun. Sie täten es, wenn sie endlich mal ihr Maul aufmachten und die unsäglichen Zustände in diesem an und für sich reichen Land anprangerten.
PeWi,
die "Ehrenamtlichen" (kommt von Ehre und Amt) sonnen sich geradezu in ihrer Amtlichkeit, Hilfebedürftige zu gängeln. Das ist jedenfalls meine eigene Erfahrung in Bad Camberg.
Nein danke.
Die gesamten geschilderten Erfahrungen im Artikel, wie auch in den Kommentaren, haben wir hier auch gemacht.
Wir gehen nicht mehr zur Tafel - ich selber kann es nicht, wegen Behinderung - mein Mann will es sich nicht mehr antun, und unsere gemeinsame Bekannte will auch nicht mehr, aus den selben Gründen.
Ach wie schön ist es doch, wenn man in der geheuchelten Barmherzigkeit andere Menschen vor sich hat, die man unter sich selber positionieren kann - Demut abverlangen kann, Anmut und Würde, auch wenn denen nicht danach zu Mute ist...
Wie toll ist es, den Geschwächten noch einen Hieb zu versetzen, wenn es auch nur verbal ist.
Und vor allem: Die Helfer sind ja so spitze über allen den anderen, dass sie sich nicht viel Gedanken machen...
Und die anderen, denen es noch etwas besser geht, wollen nicht nachdenken.
Nein, wir hungern eben...
Denn, wenn wir dort hingehen, kommt zum Hunger die Demütigung hinzu, die Verachtung, nein, danke.
Bei uns muss man sich vor dem Besuch der Tafel eine Art Ausweis vom Rathaus abholen. Da wird ein primitives Foto gemacht, man muss eine Unterschrift leisten und dann hat man ein Stück Papier mit einem unkenntlichen Foto und der Unterschrift. Gültig, solange der Bescheid über den Hartz-IV-Bezug gültig ist. Schon diese neuerliche Erniedrigung ist eine Hemmschwelle, um die Tafel aufzusuchen. Dann bekommt man dort für ein paar symbolische Cent einen oder zwei Beutel voll mit Etwas. Ob man es mag oder nicht, spielt gar keine Rolle. Die Hälfte wirft man also ohnehin weg, denn so wenig anspruchsvoll der Geschmack mit Hartz IV auch wird - der eigene Geschmack bleibt. Insofern ist die Tafel eine Vorauslese des Abfalls, der dann letztlich doch im Müll landet. Irgendwie hat das was von Ratten. Aber die leben besser - die suchen sich in der Fülle aus, was sie fressen wollen.
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