11.01.2013

Hartz IV-Tagebuch: Am Daumen lutschen

von Volker
 

Es wird dunkel in Deutschland.
Die Sonne verzieht sich mit Schamesröte in den letzten Winkel der Republik.

In der Dunkelheit sitzen, am Daumen lutschen, da der knurrende Magen heute auf seine Streicheleinheiten verzichten muß.
Das tägliche Geklimper mit ein paar Cent entwickelt sich zu einem neurotischen Tick, wie das Zählen meiner Vorräte.
Alles ist endlich.
Tick, tick, tick ... ich pflege meine Neurosen ...

Darauf warten, dass Glühbirnen unter einem hässlichem PING ihr Leben beenden, der Staubsauger vor sich hinröchelt - und da es oft ganz dicke kommt - sich auch noch ein Zahn verabschiedet.

Und dann?
Als Überlebenstraining an zwei Daumen lutschen, um nicht gänzlich durchzuknallen?
Es sieht ja keiner ...

Es kratzt sich der Hesse am Hinterteil und schnaubt:
»Lasst mich aufwachen aus diesem Alptraum.«


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