06.01.2013

Nach 1945

von Volker
 

Papa kam aus französischer Gefangenschaft, war fix und fertig, sein Spermium hatte wohl ebenfalls gelitten, weshalb Mutter erst nach Jahren mit mir schwanger wurde.

Mutter war im Krieg OP-Schwester, half Leute zusammenzuflicken, räumte später Trümmer auf und hamsterte auf dem Land, weil es nach dem verhinderten Endsieg nix mehr zu essen gab ... nur Trümmer, Amis und Kaugummi.


Wer noch einen Hitler an der Wand hängen hatte, verbrannte ihn im Ofen, ließ sich als Nazi freisprechen, hoffte auf bessere Zeiten, schwieg und wunderte sich darüber, wie das alles zustande kam.


Man grüßte nicht mehr mit erhobener Hand, weils einfach pfui war, wollte von nix mehr wissen, lieber ein Eigenheim aufziehen, den Mist vergessen, den man selbst bejubelt hatte.


Später eroberte Negermusik (O-Ton von Pappa) die Herzen missglückter Familienplanungen, Töchter liefen halbnackt in Miniröcken auf der Straße, Gastarbeiter machten sich breit, Hausfrauen bezeichneten sich nicht mehr als »Mutti«, die RAF brachte uns total durcheinander.

Irgendwie komme ich jetzt ins Grübeln ...

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