23.02.2013

Hartz IV-Tagebuch - RestWürde

von Volker
 

Glücklich sind im Schein die Kinder; hier bekommen sie eine Banane, ein Brötchen in die Hand gedrückt ... hier brummt der Bär.
Ein mögliches Kinderbuch, welches ein Kinderleben im 21. Jahrhundert in düsteren Farben illustrieren könnte (?).

Glückliche Erwachsene sehe ich hier nicht. Eltern kommen zur Tafel, um sich und ihre Kinder über die Woche, über den Monat zu helfen.


Ich fühle mich genervt.
Nicht von den Menschen vor Ort; was an mir nagt, ist diese erbärmliche, diese geduldete, diese medial illustrierte Selbstverständlichkeit, die mich - und viele andere - zur Tafel treibt.

Das wohlwollende, gnädige Zugeständnis einer letztmöglichen Nahrungsbeschaffung.
Dies in einem Land, das täglich die Durchsetzung von Menschenrecht einfordert, dieses Recht der eigenen Bevölkerung verweigert, da sich Armut als alternativlose Begleiterscheinung profitabler Gewinnsucht nicht vermeiden lässt.

Darüber sollte ich mich glücklich schätzen, mich krümmen (wir alle), die offensichtlich versteckten Warnungen nicht ignorieren, die mich (uns alle) noch weiter krümmen werden, bis hin zum Verlust einer, uns aller, noch zugestandenen RestWürde.



Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Dein Gesabber und Deine Beweihräucherung interessiert kein Schwein.
Wenn Du die Zeit wo Du hier rumjammerst sinnvoll nützen würdest, dann bräuchtest nicht in Selbstmitleid zerfließen

frei-blog hat gesagt…

@anonym,
diese Aussage finde ich sehr interessant. Besitzen Sie - nach langen Versuchen Ihrer eigenen Hilflosigkeit - (habe Ihre Kommentare bis dato in den Müll entsorgt) auch den Mut, mir Ihre Verachtung ein wenig näher zu bringen.
Dafür gehört Mut, den Sie nicht besitzen ...

artikulant hat gesagt…

@Anonym:
Mich interessiert dieser Blog sehr wohl.
Es handelt sich hier nicht um "Gesabber", sondern um einen Bericht eines Zeitzeugen, der hier das Scheitern des Raubtierkapitalismus dokumentiert. Und genau dieses System, dessen einzige Regel Profit heißt, wird früher oder später auch die Lebensgrundlage eines Anonym-Trolls zerstören, weil auch die Natur und die Umwelt nur eine Ware im System ist. Aber was red ich, um das zu kapieren müßte man mit offenen Augen durchs Leben gehen und die Fähigkeit besitzen, selber zu denken, anstatt BLÖD nachzuplappern ...

@frei-blog: kann nur zustimmen, als "eierloser" anonym braucht man weder Mut noch Anstand.

Anonym hat gesagt…

@frei-blog
ich lese schon länger in Ihrem Blog und ich finde ihn sehr gut. Sie haben den Mut über Ihre Situation hier öffentlich zu sprechen. Eine Situation in der sich viel zu viele hier in Deutschland befinden. Ich beziehe selbst Hartz VI und ich kenne sehr gut die Verzweiflung, die Wut, die Angst und die Resignation, die das mit sich bringt. Oft habe ich die Schuld an der Situation in der ich mich befinde bei mir selbst gesucht und es war unter anderem Ihr Blog der mir Mut gemacht hat und mir gezeigt hat: "Wir sind nicht schuld an dieser Situation. Wir sind Opfer dieses Systems, das uns einfach aussortiert hat." Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei Ihnen bedanken und

@Anonym
Hartz VI kann und wird letztendlich auch jeden treffen, der nicht zur Elite gehört. Es wird auch irgendwann Sie treffen, aber dann bitte nicht jammern.

Die Pottpflanze

frei-blog hat gesagt…

@Pottpflanze,
danke für Ihr feetback.

promenadenmischung hat gesagt…

@ano v. 23. Februar 2013 um 18:45 –

stellt Euch vor, Ihr ginget zum Zahnarzt mit Höllenzahnschmerz
und der würde Euch nach Anhörung Eures Begehrens antworten: »Nu
zerfließ ma nich gleich in Selbstmitleid, Du Lappen!« …

Ach ja, preiswerter @ano, mich altes Dreckschwein interessiert Volkers
Blog schon: wisset, obwohl es ihm übel ergeht, hat er noch die Kraft zur
Klage UND ihrer beeindruckenden Ausgestaltung. Hättet Ihr sie? Dies leidet
Zweifel in mir.

Geneset, denn Ihr seid gar krank …