22.09.2013

Bundespoker und Landtagswahl

von Volker

 
Irgendwie fühle ich mich überfordert, komme hinter dem Bretterverschlag ins Schleudern, bin irritiert, wo ich den Stift ansetzen sollte. Ein Radiergummi wäre sicherlich hilfreich, aber das darf der unschlüssige Wähler nicht, weil bei der Auszählung das Geschmiere womöglich als nicht gültig angesehen wird. Da gibt es klare Regeln.
Auf dem Hessenzettel stehen Parteien, die kenne ich gar nicht. Wie soll das funktionieren. Auf mein Bauchgefühl achten, was sich hinter einem Parteinamen so alles verstecken könnte? Lieber nicht.
Qualvolle fünf Minuten hinter einem Bretterverschlag, kein Würfel in der Tasche, alleine mit meinem Gewissen, von düsteren Vorahnungen geplagt. Schweißausbruch, Herzklopfen, Panikattacke.
Und das an einem stinknormalen Sonntag im Herbst, eine Jahreszeit, die mich schon auf den kommenden Winter vorbereitet: »Zieh dich warm an.«
Wahlen im Frühjahr oder Sommer wären weitaus sinnvoller, weil der Mensch naturgemäß anders tickt und klarer denken kann. Aber nein ... wer sich mit kalten Füßen einer Wahl stellt, darf sich für die nächsten vier Jahre als abgehärtet betrachten. Psychologisch perfekt eingefädelt, die Wahlbeteiligung auf ein erträgliches Maß reduziert.

16 Uhr
Vorab meinen Glückwunsch.

Und nicht vergessen:

»Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.«

Danke. Perfekt. Weiter so.

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