14.09.2013

Hartz IV-Tagebuch - Deutschland wählt seine Stinkefinger

von Volker

Vor ein paar Jahren hätte ich nicht daran gedacht, dass der wöchentliche Besuch bei einer Tafel für mich eine lebenserhaltende Maßnahme bedeuten sollte. Nachdem ich anfangs diese Tafel aufsuchte, versuchte ich ein Jahr lang mich aus dieser entwürdigenden Nahrungsbeschaffung herauszuhalten.
Meine Psyche lehnte sich auf, mein Körper weigerte sich, einen Teil der entsorgten Lebensmittel aufzunehmen.
Nach zwölf Monaten blieb mir keine andere Möglichkeit mehr, mich mit dem Wichtigsten zu versorgen, damit ich mich - ohne größeren Schaden zu erleiden - Monat für Monat gerade so ernähren kann.

Wenn in einem reichen Land Grundnahrungsmittel für viele Menschen nicht mehr erschwinglich sind, dann läuft etwas schief.
Frau Merkel spricht davon, uns Deutschen ginge es gut, suggeriert uns ein starkes Land, eine starke Gesellschaft, und dass wir uns glücklich schätzen dürfen, an dieser Stärke teilzuhaben.
Ein Zynismus, der uns ängstigen sollte.

Die bittere Realität wachsender Armut in Deutschland steht im Widerspruch zu den Lügen und der Verharmlosung sichtbarer Tatsachen.

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