12.03.2014

Hartz IV-Tagebuch - die Nummer mit der Nummer

von Volker

Lieber Kunde, sie rufen außerhalb unserer Sprechzeiten an. Unsere Sprechzeiten sind von ....

Danke für den »Kunden«, das ehrt mich sehr, obwohl ich mich nicht als Kunde fühle, da ein Kunde im Allgemeinen freier entscheiden darf, wessen Hand er küsst.

Ich vergaß: Sie nennen sich »Jobcenter«, also ein Dienstleistungsunternehmen, mit dem löblichen Anspruch Arbeit zu vermitteln, die es eigentlich gar nicht mehr gibt.

Was nun?, wenn ich dümmlich fragen darf. Für eine Umschulung als Wurstfabrikant ist es für mich zu spät, für eine Zwangsverrentung noch zu früh, und in der Politik sind Typen wie ich eh nicht gerne gesehen. Die machen nur Stress, stellen blöde Fragen, die eh keiner beantworten möchte ... oder darf.

Liebe Jobcenter-Sachbearbeiter, wir alle haben wohl ein bedrohliches Problem an der Backe, das uns eher vereinen sollte:
Psychische Pobleme, die sich zwangsläufig bei Hartz IV-Abhängigen einstellen, wirken wie ein schleichendes Gift, das zuerst die Seele schädigt und danach den Körper.
Sie kennen dies sicherlich, wenn sie täglich nach Vorgaben entscheiden müssen, die ihnen zutiefst als wiederlich erscheinen mögen (?).

Sollte ich sie in den nächsten Tagen telefonisch erreichen dürfen, bewahren sie sich bitte einen Rest an Anstand und pöbeln sie mich nicht vorsorglich an.

Keine Kommentare: