09.07.2014

Hartz IV-Tagebuch: Menschenmaterial, frei zur Eingliederung

Ein Kommentar zu:

Hartz IV – staatliche Abwrackprämie oder Sterbehilfe? 

Quelle: hinter-den-schlagzeilen


von Volker

Halbjährliche Termine bei einem Jobcenter sind in der Regel eine Angelegenheit von fünf bis zehn Minuten.
Sie sind nicht anderes als Vorladungen unter Auflagen, vor denen sich viele Langzeitarbeitslose meist fürchten, da sie damit rechnen müssen, wieder zu einer sinnlosen Maßnahme oder zu einem 1 Euro-Job verpflichtet zu werden.
Einen sogenannten "Eingliederungsvertrag" unter Zwangsbedingungen unterschreiben zu müssen, empfinde ich als Nötigung sowie auch als eine erweiterte Form der Entmündigung.
Wer seine Unterschrift verweigert, wird sanktioniert, das Existenzminimum(!) wird gekürzt. Selbst dann, wenn ein schriftlich begründeter Widerspruch eingereicht wird. Danach greift ein "Verwaltungsakt", der den Langzeitarbeitslosen wiederum dazu verpflichtet, Vorderungen der Hartz IV-Behörde - Jobcenter genannt - nachzukommen. Oder: mit weiteren Sanktionen rechnen zu müssen.
Hierbei wird u.a. sogar mit dem Verlust der Krankenversicherung gedroht, also einer ebenfalls notwendigen sozialen Versorgung, die bei einer Sanktion von 100 % verweigert werden kann. Brutal und menschenverachtend, wenn man auf eine medizinische Versorgung angewiesen ist.

Ich stelle die Frage in den Raum, wie lange ein Mensch diesen Druck aushalten kann, ohne psychischen Schaden zu erleiden. Wobei die von mir aufgeführten Beispiele nur einen Teil dessen aufzeigen, wie Menschen gezielt niedergemacht, bekämpft und sogar traumatisiert werden können.
Noch eines: Eingliederungsverträge (diese Bezeichnung ist purer Zynismus) dienen zur Statistikbereinigung und sorgen dafür, dass sich Hartz IV-Abhängige dazu noch vermarkten lassen müssen (Maßnahmen, Maßnahmenträger, Ein Euro-Jobs).

Ein einträgliches Geschäft mit verwertbarem Menschenmaterial.

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