16.09.2014

Endzeit - nicht gelöste Fragen

1972
Mit  sechszehn Jahren war ich der Überzeugung, dass sich die Menschheit eines Tages von diesem Planeten verabschieden würde, weil sie zu anderem nicht fähig ist, als sich selbst auszurotten.
Solche Überlegungen plagten einen pubertierenden Heranwachsenden, der seine Informationen damals über drei Fernsehsender bezog und von seiner Vollwaisenrente ab und an taz, Spiegel oder Stern finanzieren konnte.
Ausschlaggebend war der Vietnamkrieg sowie meine ausreichende Vorstellungskraft darüber, mit welcher Grausamkeit sich Menschen gegenseitig abschlachten. Ebenso wußte ich, dass sich die Welt in einem Aufrüstungswahn befand, in Massen atomare Vernichtungspotentiale entwickelte, sie sogar schon einsetzten.
Null Ahnung über politische Zusammenhänge, nur ein wacher Verstand sowie Fragen über Fragen, die mir niemand beantworten konnte. Es fehlten intellektuelle Verbindungen und Anstöße, um auf meiner Suche Antworten zu finden, die mich wenigstens ein stückweit hätten weiterbringen können.

2014
Dreiundvierzig Jahre später verbleibe ich in der Überzeugung, dass sich die Menschheit von diesem Planeten verabschieden wird, da sie weiterhin nicht fähig ist, ihren sichtbaren, eingeleitenden  Untergang aufzuhalten.

Meine letzte Frage in diesem Leben lässt sich nicht mehr beanworten.

Keine Kommentare: