27.09.2014

Tschernobyl

Wo er ursprünglich gelebt hatte, weiß ich nicht. Heute lebt er mit seiner Frau in meiner Stadt, zerfressen von Armut und Krebs, der seinen Körper befallen hat. Ärzte schnippeln an ihm herum und amputierten sogar seine Nase. Während eines Gesprächs auf russisch vernahm ich mehrmals »Tschernobyl« und dachte: scheiße.
Ich dachte an das Jahr 1986 zurück, als sich die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl ereignete und ich täglich mit meinem Hund im Regen herumlief, als wäre nichts geschehen. Man sollte keine Pilze sammeln und sich keine Gedanken machen. Kein Grund für Panik.

Ich denke an »Fukushima«, eine weitere Nuklearkatastrophe, der wir hilflos ausgesetzt sind, deren tödliche Auswirkung sich unaufhaltsam über unseren Planeten verbreitet.
Kein Grund für Panik.

Keine Kommentare: