16.10.2014

Hartz IV-Tagebuch – dazu noch Prügel

Zeit zum Aufgeben, nicht weiter darüber berichten, wie der Alltag eines Almosenempfängers aussieht, aus der eigenen Erfahrung heraus, real und ungeschminkt, weil das Lesen meiner Texte von einem blogbetreibenden Zyniker als »Voyeurismus« bezeichnet wird?

Wollte dieser Blogbetreiber damit ausdrücken, dass Hartz IV aus seiner Sichtweise kein Thema sei, jedenfalls nicht mehr für ihn, eher eine Angelegenheit für »die da unten«, und die sollten doch bitteschön nicht jammern, und schon gar nicht als exhibitionistische Hartzer auftreten?

Ich erspare mir dazu einen Link zu setzen, obwohl ich einige Kommentare von Kommentartrollen lesen mußte, die zwar alles scheiße finden, aber munter ihre Prügel verteilen, obwohl sie sich selbst zu den Geprügelten zählen sollten.

Kommentare:

µnÐ3rÐ09 hat gesagt…

Hi. Habe befürchtet, dass es so läuft. Bekomme öfter zu hören, dass ich mit meinen Links einen Schwung Trolle in Bewegung setze und erwäge daher schon, meine Links-Rubrik einzustampfen.

Das mit dem Voyerismus war freundlich gemeint, weil es aus einer "besseren" Position heraus solche Missverständnisse geben kann wie es nun auch passiert ist. Ich bedaure das.

Ich kann nur anbieten die Verlinkung zu entfernen. Geben Sie mir einfach einen Wink.

PeWi hat gesagt…

Ärgere dich nicht, bleib bei deinem Blog. Was sind das schon für Minderbemittelte, die sich unsolidarisch mit denen zeigen, die Solidarität am nötigsten haben. H4 ist für manche so etwas wie fast Ebola. Dabei kann es ganz schnell gehen und man ist an der gleichen Stelle, wie ein Langzeitarbeitsloser. Die Perspektivlosigkeit wächst und wächst und holt sicherlich noch sehr viele ein. Mach weiter!

PeWi hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
Konrad hat gesagt…

Ich bin der Meinung, daß Sie den kiezblogger falsch interpretieren: Seine Bemerkung über Voyeurismus bezieht sich auf seine Bedenken, ob Ihr Blog absichtlich oder versehentlich öffentlich ist.

Entsprechend schließt der Eintrag dort ja auch:
"Riskieren Sie doch mal einen Blick abseits der Hetze des Boulevards nach ganz unten, auf die, die nicht über den Monat kommen und nicht wissen, wo sie noch sparen sollen. So läuft das und nein, lustig ist so ein Leben nicht."

Also: Bitte nicht so hart sein.

Konrad

Charlie hat gesagt…

Lass Dich bitte nicht entmutigen. Ich finde den einleitenden Kommentar des Blogbetreibers zwar auch völlig daneben und befürchte, dass einige der Kommentartrolle auch hier schon versucht haben, ihren menschenverachtenden Müll abzuladen - am besten ignorierst Du das einfach. Die Erfahrung lehrt, dass es stets solche Krakeeler gibt, die nichts begriffen haben und sich stets am vermeintlich Schwächeren abarbeiten und nach "oben" hündisch buckeln.

Solche Leute dokumentieren damit ja nur, wie außerordentlich empathiefrei und hirnlos sie sind, weil sie nicht einmal zu der naheliegenden Erkenntnis fähig oder willens sind, dass sie letztlich auch sich selbst ins Knie schießen.

Solidarische Grüße!!!

Julia hat gesagt…

Als ein Mensch, der froh über Linkempfehlungen auf interessanten Kontent ist, habe ich die Bemerkung zu dem hierher verweisenden Link auch nicht als negativ empfunden. Eher regte es zum Nachdenken und Anklicken an und Berichte aus erster Hand sind doch eher selten. Nur weil man es irgendwie aus den Fängen des Jobcenters heraus geschafft hat, ist man noch nicht automatisch 'von oben herab'. Eher kann man sich noch gut erinnern, wie es war und wie es sich angefühlt hat und hat vermutlich noch weitaus mehr Verständnis, als diejenigen, die noch nie in einer ähnlichen Situation waren und vll sogar von Mami und Papi einen großen Batzen Geld mit in den Schoß gelegt bekommen haben.

Ich jedenfalls bin durch den Kiezneurotiker auf diese Seite aufmerksam geworden und bin froh darum.
LG
Julia