10.11.2014

Das Ende der »Freien Welt«

Bild: Volker Wulle


















von  Eifelphilosoph

Kennen Sie noch die “freie Welt? Ja? Erwischt: dann sind sie älteren Datums. Früher kannte jeder diesen Begriff, der heute überhaupt keine Verwendung mehr findet. Warum nicht? Nun – sie ist weg, die “freie Welt”, tot, gestorben, abgeschafft. Kommen wir aber erstmal – für die Jüngeren unter uns – zur freien Welt zurück: was war das eigentlich mal?

Wir müssen zeitlich ein wenig zurückgehen, um zu verstehen, woher der Begriff stammt. Man könnte zurückgehen in die Welt von “Asterix, dem Gallier”, in dem ein Comiczeichner die bunte, vielfältige freie Welt in ein gallisches Dorf verlegt hatte, dass sich nur noch durch Zauberei gegen das mächtige römische Imperium zur Wehr setzen konnte – aber so weit wollen wir nicht zurück: immerhin gilt für uns auch das römische Imperium als Sinnbild der Zivilisation, sie haben die Mietskasernen erfunden, die Autobahnen, die Gleichschaltung und die öffentliche zur Schau Stellung von Systemgegnern – alles Dinge, die heute unseren Alltag prägen. Gut, ihre Autobahnen waren nur befestigte Straßen, die der schnelleren Verlegung von Truppen dienten (wie unsere auch) und unsere öffentlichen Hinrichtungen kosten (noch) nicht das Leben der Systemgegner – aber im Prinzip steht “Rom” für “Zivilisation” – der Rest war Barbarei.

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1 Kommentar:

Stefan Wehmeier hat gesagt…

Zivilisation

Viele Länder sah Zarathustra und viele Völker: keine größere Macht fand Zarathustra auf Erden, als die Werke der Liebenden: "gut" und "böse" ist ihr Name.
Wahrlich, ein Ungetüm ist die Macht dieses Lobens und Tadelns. Sagt, wer bezwingt es mir, ihr Brüder? Sagt, wer wirft diesem Tier die Fessel über die tausend Nacken?
Tausend Ziele gab es bisher, denn tausend Völker gab es. Nur die Fessel der tausend Nacken fehlt noch, es fehlt das eine Ziel. Noch hat die Menschheit kein Ziel.
Aber sagt mir doch, meine Brüder: wenn der Menschheit das Ziel noch fehlt, fehlt da nicht auch – sie selber noch? –

Also sprach Zarathustra / Von tausend und einem Ziele.

Der bedeutendste Philosoph – nicht allein – des einstigen Volkes der Dichter und Denker, der "Antichrist" Friedrich Nietzsche, konnte nicht wissen, dass zu seiner Zeit ausgerechnet er der tatsächlich einzige wahre Christ auf diesem kleinen blauen Planeten war,…

Glaube Aberglaube Unglaube

…und konnte "Die Verwirklichung des Rechtes auf den vollen Arbeitsertrag durch die Geld- und Bodenreform" (Silvio Gesell, 1906) nicht mehr lesen, sodass weder Nietzsche noch Gesell, die sich der ganzen Wahrheit aus zwei verschiedenen Richtungen genähert hatten, in Erfahrung bringen konnten, dass der geniale Prophet Jesus von Nazareth "das eine Ziel" schon formuliert hatte – jedoch bis heute und wie alles andere korrumpiert wurde vom "Kreuz als Erkennungszeichen für die unterirdischste Verschwörung, die es je gegeben hat":

Gut und Böse

Pharisäer und Schriftgelehrte versuchen durch moralische und rechtliche Vorschriften höchst unzureichend zu ersetzen, was bisher jedem Staat an "freiwilliger Selbstregelung" fehlte. Die Übersetzung als Politiker/Schweinepriester und Rechtsverdreher ist etwas ungenau, weil es die so genannte "moderne Gewaltenteilung" in Exekutive, Legislative und Judikative sowie die vorgebliche "Trennung von Kirche und Staat" in früheren Zeiten so nicht gab. Um diese besonderen Patienten genauer zu charakterisieren, ist erst einmal festzustellen, was sie heutzutage gemeinsam haben: Sie sind eher dummgierig und nicht mehr neugierig.

Zivilisation