18.11.2014

Hartz IV-Tagebuch – aufstehen, nicht im Schweigen versinken

Ursprünglich ein Kommentar zu: »Eine andere Republik – Hartz IV und die Folgen«; Christoph Butterwegge; NachDenkSeiten

gelesen auf Hinter den Schlagzeilen


Ich kann es nur immer wieder! betonen:

Wer sich  jahrelang in der Mühle Hartz IV befindet, und auch keine Möglichkeit mehr erkennen kann, aus diesem Gefängnis herauszukommen, dem entschwinden nicht nur die Kräfte, sondern auch jegliche Hoffnung auf Veränderung. Was dann noch übrigbleibt, ist ein alltäglicher, materieller/finanzieller Überlebenskampf – an einem schon spürbaren, existenziellen Limit – der meist keinerlei persönliche Freiräume mehr zulässt.
Insbesondere meine ich damit auch ein Engagement zur Gegenwehr, das ein einzelner, am Boden liegender Mensch, nicht mehr aufbringen kann. Die Hartz IV-Gesetzgebung sowie alle ausführenden, verwaltenden Jobcenter verhindern dies schon im Vorfeld, indem sie ein klägliches Existenzminimum, mit unerträglichem Druck sowie unter Androhung von Bestrafung bewilligen, und dieses Existenzminimum regelmäßig wieder in Frage stellen.

Hartz IV- Empfänger werden durch unsinnige Maßnahmen geprügelt, denen sie sich nicht entziehen können. Nicht nur einmal – , nein, sie werden ebenfalls regelmäßig dazu gezwungen.
Grundrechte werden verweigert, die einer Isolationshaft gleichkommen. Ein offener Strafvollzug, mit Freigang innerhalb eines festgesetzten Bewegungsradius.

Dies alles ist sichtbar, es ist spürbar, klar erkennbar. Vor unseren Haustüren, in der Nachbarschaft, auf den Straßen, in den Schulen ...

Wer lange im Dreck liegt, dazu noch getreten wird, steht nur noch unter Mühen auf. Wenn überhaupt –.
Eine perfide Absicht, gewollt die Psyche eines Menschen zu brechen, um ihn verstummen zu lassen.

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