15.11.2014

Hartz IV-Tagebuch – wähle im Notfall die 110

Ach ja – Polizei, die sich immerhin als Hüterin einer öffentlichen Ordnung bezeichnet, im Notfall Hilfe leisten sollte, und sei es nur, um mit einer Streife wirksam zu signalisieren, dass schnelle Hilfe möglich sei, einen durchgeknallten Soziopathen in seine Schranken verweisen könnte, um ihm die Folgen seines Handelns vor Augen zu führen. Das gibt es wohl nur in einem "Tatort" oder sonstigen Filmen.

Geht nicht, ist nicht möglich.
Personalmangel sowie Kosteneinsparungen, während an andere Stelle hoch aufgerüstet wird, um ein paar Banker schützen zu können, die für das öffentliche Interesse als wertvoll bezeichnet werden.

Nun, ich werde real bedroht und belästigt, fühle mich in meiner eigenen Wohnung nicht mehr sicher, rufte mehrmals die 110 an und werde regelrecht als Idiot abgebügelt, von einem Beamten, der seinen Dienst  in einer Notrufzentrale ableistet, hörbar darüber genervt, dass ich es wage, Hilfe anzufordern, wenn ich mich doch in meiner eigenen Wohnung sicher fühlen könnte, weil das ebenso zu sein hat, meine Wohnung eine Tür aufweisen kann und ich immerhin ein Mieter sei, der sich keinerlei Mietschulden vorzuwerfen hat.

Der Beamte stellte mir so komische Fragen, die mich eher an bissige Satire erinnerte ... mußte mich allerdings auch nicht als Hartzer erkenntlich zeigen, mich nicht bis auf die Unterhose ausziehen...

Somit scheint mein Recht auf "Unverletzlichkeit der Wohnung"  ausreichend geschützt zu sein. Das sagt jedenfalls ein Grundgesetz aus, das mich in einer leidigen Notlage auch nicht mehr schützen kann, weil ein Grundgesetz sehr lange benötigt – wenn überhaupt –  um Beachtung zu finden. Wenn es mal wieder beachtet würde...

Nochmals: Es erscheint einfach nicht notwendig, auf einen Notruf zu reagieren, ihn einfach ernst zu nehmen, da ich noch nicht durch eine eindeutige Straftat! im eigenen Blut liege.
Sollte ich dies erfahren müssen, könnte ich jederzeit wieder anrufen, die 110 wählen, oder mich am nächsten Tag an die zuständige Polizeibehörde wenden, sprich: an die Ortspolizei (die gibt es noch), wenn sie mal erreichbar ist.

»Wir können ihnen doch keinen Wagen über Nacht vor die Tür stellen...«
Wie sollte ich mit einer solchen Aussage umgehen, deren Witz ich einfach nicht verstehen kann.

Davon war auch nicht die Rede. Ich bat lediglich um eine zwingende Hilfe, die mir mittels einstudierten, vorgefertigten Textbausteinen am Telefon verweigert wurde.
Ich sollte wohl erst einmal sichtlichen, körperlichen Schaden erleiden, um einen Notruf zu betätigen (?)

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