31.12.2014

Hartz IV-Tagebuch – sozialer Menschenhandel schöngeredet

Meinen herzlichen Dank.
Acht Euro mehr in der Tasche. Ich kann mein Glück kaum fassen.

Vor Tagen hörte ich im Radio über die löblichen Absichten und Ansichten eines verantwortungsbewußten Menschenhändlers, der sich stolz über den Sender hr1 präsentierte, mit seiner Leiharbeiterfirma (seht her, ich bin...) über dreihundert Mitarbeitern! Wege aus der Armut zu weisen, die sie aus eigenen Kräften nicht hätten betreten können!, da sie – antriebslos und schwächelnd – ihre Chancen verschlafen würden.
Ein Wohltäter, ein Heiliger, ein Gott, der verständnisvoll mit Menschen handelt, die ihm treu und ergeben dazu noch den Süden küssen möchten. Angeblich durch die heilende Wirkung von... insbesondere durch die Kraft der Selbstgeißelung.

Geht doch.
Man sollte dem Pöbel nur lange genug seine Nase breitschlagen, ihn durch den Dreck ziehen, damit er entlich! bemerkt, dass es mit diesem Lande wieder aufwärts geht. Dank Hartz IV, dank dem Segen einer segensreichen Agenda 2010.
Und nicht vergessen: Disziplin und ein uneingeschränkter Wille sind alternativlos erforderlich, um sich an den Krümeln eines schon verteilten Kuchens zu laben. Wer heute meint zu hungern, ist schuldig im Sinne der Ankläger, dem droht eine Bewährungsstrafe auf unbestimmte Zeit, überwacht und fußgefesselt.

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