10.01.2015

Hartz IV-Tagebuch – flüchtige Gedanken an Freude

Bei meiner Suche, eine andere vernüftige Wohnung zu finden, lese ich öfters Anzeigen, die ich mit einem Kopfschütteln als abgehakt betrachte.

... Schufa Auskunft erwünscht...

Bedingungen, die schon einmal vorab gestellt werden, ohne sich überhaupt die Mühe zu machen, dem Wohnungssuchenden eine reelle Chance zu geben, sprich: ihn sich anzusehen und anzuhören.
Als Bezieher von Hartz IV-Leistungen wird die Suche nach einer Wohnung dazu noch erheblich erschwert, oder sogar unmöglich gemacht. Einerseits durch die üblichen diskriminierenden Vorurteile, andererseits durch die Hürden der Jobcenter, die die Freiheit eigener Lebensentscheidungen bis zur Schmerzgrenze einschränken, besser gesagt: verhindern, sogar verbieten.

Ich möchte hier allerdings ein anderes Thema ansprechen, als eine wichtige Ergänzung eines anderen Beitrags von mir.
In der Vergangenheit durfte ich mich noch an Lebensgefährten auf vier Beinen erfreuen, die mein Leben um einige Nuancen reicher gestalteten. Zuletzt (vor Hartz IV) ein Mischlingshund, der mich dreizehn Jahre lang auf Trab hielt, mit all der Verantwortung, die ich dafür aufbringen mußte.

Heute verbleibt mir nur noch ein flüchtiger Gedanke daran, ein Wunsch, der sich nicht mehr erfüllen lässt, da selbst die geringsten finanziellen Aufwendungen dafür nicht mehr vorhanden sind.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wenn ich hier mitlese, kriege ich immer die Wut auf die, welche - salopp gesagt - diesen Mist erfunden haben und sich noch toll vorkommen.

Was Tiere angeht - ich weiß nicht, ob es eine Alternative wäre, einen Tierheimhund auszuführen. Grade diese Tiere, besonders ältere, haben oft niemanden und das Personal hat keine Zeit, sich um ein vierbeiniges Sensibelchen extra zu kümmern. Da werden Gassigeher oft gesucht.

frei-blog hat gesagt…

@Anonym,
wäre sicherlich auch eine sinnvolle Alternative, nur: das nächste Tierheim liegt 20 km entfernt, was schon einmal an den Fahrtkosten mit dem Zug scheitern würde.
Was ich mit meinem Beitrag ausdrücken wollte, ist die bittere Realität, dass sich für verarmte Menschen selbst der Zugang zu kleinen Lebensfreuden nicht mehr realisieren lässt.
Der sogenannte Warenkorb/Regelsatz beinhaltet nicht einmal Zimmerpflanzen...
Liebe Grüße
Volker

Anonym hat gesagt…

Ich weiß, daß die Realität bitter ist und ich kriege, wie oben geschrieben, die Wut, wenn ich sowas lese.

Schade, daß das nächste Tierheim so weit weg ist. Da hätten beide Seiten was davon gehabt. Ich habe auch schon Nachbarshunde ausgeführt oder gehütet - aber Nachbarn, die einen als Mensch wahrnehmen, muß man dann ja auch erstmal finden. Dem Hund isses egal, der mag einen auch so.