23.04.2015

Hartz IV-Tagebuch – Bürokrat erklärt Bürokratie für Rentenanspruch

Mein Anliegen:
Rentenantrag auf volle Erwerbsminderung, eingefordert duch ein Jobcenter, mit der Androhung auf Leistungseinstellung, sollte ich mich diesbezüglich verweigern.
Wenn das mal so einfach wäre...

Seit meinem siebzehnten Lebensjahr stehe ich nach Gesetz in der Pflicht (Bürokratie pur), einen lückenlosen Nachweis meiner Existenz nachweisen zu müssen, also auch einen Nachweis darüber, dass ich ab meinem siebzehnten Lebensjahr noch Schüler war, bevor ich meine Ausbildung als Lithograf begann.
Ich sollte doch bitte nachweisen, für ein paar Monate weiter eine Schule besucht zu haben, sonst würde mein Rentenantrag nicht weiter bearbeitet werden können.

Bürokratie kennt ihre eigene Regeln, wenn auch nicht nachvollziehbar.
Somit werde ich – wie ein Schüler – meine ehemalige Schule darum bitten müssen, mich im Nachhinein als Schüler anzuerkennen, mit Stempel und Unterschrift – und dies nach über vierzig Jahren.

Mir fehlen weiterhin noch mehrere Monate meines Lebens, die ich nachweisen müsse!, aber nicht nachweisen möchte, da es einen Bürokraten nun mal wirklich nichts angehen sollte.
Somit würden meine Antragsformulare erst einmal von einem Sachbearbeiter begutachtet werden, der, wenn ihm kein Furz quersitzen sollte, nach Gutdünken auch mal menschlich entscheiden könnte.


Jedenfalls wurde mir mitgeteilt, dass ich aus meiner zukünftigen Armutsrente noch Beiträge zu meiner Kranken-und Pflegeversicherung zu leisten hätte, und doch bitte einen Antrag auf aufstockende Armut beim Sozialamt stellen sollte.

Wahrscheinlich mit einer lückenlosen Begründung über meine Armutsfähigkeit, sollte ich diese lückenlos nachweisen können.

Kommentare:

Ina hat gesagt…

Ach du grüne Neune! Mir ist ja auch schon viel untergekommen (auch von ehemaligen Kommilitonen), aber das übertrifft nun wirklich einiges.

Was wäre denn wenn die Schule nach soviel Jahren keine Unterlagen mehr hat?! (Das wäre schon deshalb verständlich und logisch, weil die den Platz für ihre Schüler und nicht ihre Ablage brauchen. Sollte auch ein Bearbeiter verstehen können.)

So eine...

Dir jedenfalls weiterhin viel Kraft.

Liebe Grüße Ina

PeWi hat gesagt…

Genauso wie bei mir. Als ich damals in RP lebte und in Mannheim arbeitete, war ich dort auf der Rentenklärungsstelle. Der Mann dort schaute mich traurig an (er war sehr nett) und fragte mich, ob ich denn noch andere Einnahmequellen hätte, da meine zu erwartende Rente (durch die horrende Abschläge) unter dem Existenzniveau wäre. Und das nach mehr als 40 Jahre Arbeit! Dieser Staat ist eine Schande.

frei-blog hat gesagt…

Ina,
ich kann darüber auch nur den Kopf schütteln, einen Schulnachweis von 1972-73 für meinen Rentenantrag liefern zu müssen. Bin auch gespannt, ob die Schule überhaupt noch Unterlagen darüber hat, oder sich monatelang durch verstaubte Akten wühlen muß, um mich zu finden.
Ich kann Dir jetzt schon sagen, dass ich für bekloppt erklärt werde, wenn ich nächste Woche im Sekretariat eine Bescheinigung anfordere. Wird bestimmt lustig werden ...

frei-blog hat gesagt…

PeWi,
wenn ich an die nächsten zehn Jahre denke, wird es mir jetzt schon übel.