26.04.2015

Kulinarische Höhenflüge

Eliteköche verdienen sich dummdämlich darüber, uns mit immer mehr und mehr schmackhafteren Gaumenfreuden zu überraschen, weil Genuss nun mal irgendwas zusammenhält – Leib und Seele friedlich vereint.

Dazu greift der medienbewußte Vorköchler gerne auch mal in die Vollen, ereifert sich verzückt über die Qualitäten seiner Zutaten, denkt leider nicht einmal daran, dass in diesem Land, in dem Milch und Honig sprudelnd fließen, nicht jeder das essen darf, was über der Preisklasse Zweifünfzig liegt.


Wer möchtet sich schon mit einem Publikum der unteren Preisklasse abgeben, das den Nährwert gepriesener Gaumenfreuden verschmäht, lieber vor Tafeln ansteht, oder gleich in Müllcontainer herumwühlt. Esskultur gleich Null.

Es gäbe sicherlich ausreichende Rezepte aus frischen, hochwertigen Abfällen, aber bitte nicht aus dem Munde eines Elitekochs, dazu noch vor laufender Kamera – unter aller Würde.
Ist ja auch eklig, was Menschen heimlich essen müssen, nur um irgendwie sattsein zu können. Dazu übertragen sich diese armseligen Essgewohnheiten auf ihre Kinder, deren Kinder, und schließlich wühlen alle nur noch im Müll herum.


Da denkt der Elitekoch schon einmal über neue, realitätsnahe Konzepte nach. Über Müllcontainer im Überfluss und deren  – immerhin noch – verwertbaren Inhalte.

mahlzeit

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