15.06.2015

Bargeldlos unterdrückt

Zwei Artikel in der taz –

Geld ist wichtiger als ein Pass

Ein Konto soll es schon sein

– und ich höre Gras wachsen, hatte ich mir schon seit einiger Zeit Gedanken über die Abschaffung der Freiheit »Bargeld« gemacht.
Auf den ersten Blick liest sich dies vernünftig, jedem ein Recht auf sein eigenes Konto zuzubilligen, da sich Geldinstitute häufig querlegen, und Verarmte, an denen es nichts zu verdienen gibt, arrogant die Tür weisen.
Dies soll sich nun ab 2016 ändern – dank menschenfreundlicher Politik – und selbst der Bettler oder Asylant darf sich darüber freuen, bald als gesellschaftlich wichtiges Glied in unserer Mitte anerkannt zu werden: als Verbraucher und gehandelte Beute.
Ein Lob an die soziale Verantwortung wäre angebracht, aber hinter den vermeintlich löblichen Absichten versteckt sich eine weitere Kriegserklärung, die uns wohl in den nächsten Jahren alternativlos treffen wird.

Sie werden nicht gefragt. Sie besitzen weder ein Recht auf demokratische Einflussnahme, noch ein Recht des freien Willens. Letztendlich aber ein Recht auf Unterdrückung –.

Kommentare:

Ina hat gesagt…

Deine Gedanken (also auch der andere Eintrag von dir zum Thema) könnten von mir sein. Ich - die in ihrem Leben noch nie etwas mit Karte, Paypal oder ähnlichem bezahlt hat - finde das sehr gruselig und beängstigend. Es macht mir große Sorgen.

frei-blog hat gesagt…

@Ina,
wenn ich mir ein Leben ohne Bargeld bis ins Detail vorstelle, ist es sehr beängstigend. Die Maus in der Falle.

Ina hat gesagt…

Genau. Ich habe das Manipulations- und Kontrollpotential letztens versucht einem ausgemachten Kartenzahlfanatiker (meiner Mutter)zu erklären und benutzte das Beispiel, dass bei einem komplett bargeldlosen System auch eine Behörde die Möglichkeit (und das würde genutzt werden) hätte jede Transaktion eines irgendwie gearteten Leistungsempfängers (ob nun ALG II. Kindergeld, Rente, Krankengeld, was auch immer) zu überwachen. Wenn nun die Medien (sie schaut gern Schund-TV) erzählen und sie brauchen es ja für ihr Narrativ, die fressen alle nur Chips und saufen Bier, dann könnte auch ein Mensch, der stattdessen Gurken, Tomaten, Wasser, Milch und Brot einkauft sanktioniert werden, da er sich nicht seinem Nutzen füe das politische System entsprechend verhält. Hat sie nicht verstanden. Bis dahin, dass man mit so einem Bezahlsystem ein Leichtes ist bestimmte Menschen von vornherein vom Erwerb bestimmter Waren und Diensatleistungen auszuschließen (wie heute schon mit den Gutscheinen etc., die nur an bestimmten Lokalitäten Gültigkleit haben), bin ich dann gar nicht erst gegangen.
Orwell und Huxley mal wieder...