29.07.2015

Der Schmierenjournalist

Vor Jahren hatte ich irgendwo gelesen, ich weiß nicht mehr wo, ein zynisches Entgleisen igendeines Schmierenjournalisten, dass sich Hartzer – auf Dauer gesehen – in und mit ihrem Dasein behaglich einrichten werden.
Der Tenor lag wohl bei: »alles nicht so schlimm für Looser«.

Man kann solchen Typen leider nicht zeitgleich an den Hals springen, sie nicht in ein Jobcenter prügeln, damit sie zur klärenden Erkenntnis gelangen, wie es sich anfühlen möge, zum Abschuss freigegeben zu werden.
Der Schmierenjournalist würde sicherlich a) in schallendes Gelächter ausbrechen, b) danach seine Eingeweide erbrechen, weil er sich seines Lebens entkleiden sollte, um seine höchsteigene Bedarfsgemeinschaftsnummer zu ritzen, die ihn peinlichst katalogisiert, verwaltet und als Ware mit MHD auszeichnet. Ein Fleischklumpen, ein Stempel auf der Schwarte. Und dies noch lange vor einer finalen Schlachtung nach SGB II.
Immerhin bekäme der Schmierenjournalist erstmals Möglichkeiten angeboten, an denen sich bisher nur selbstverschuldete Hartzer erfreuen dürfen, Sprungbretter zur gesellschaftlichen Integration, vertraglich vereinbarte Forderungen des Förderns, alternativlose Schwüre auf das Buch aller Bücher.


Nun schreibt er als 1 Euro-Jobber für eine Schülerzeitung –



 










Arbeit macht frei.
Wer nicht freisein möchte, darf nicht fressen.
Wer nicht frisst, ist nicht frei.

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