11.07.2015

Hartz IV-Tagebuch – über den Monat kommen

Ich danke dem Staat für meine Ernährung. Ebenso danke ich diesem Staat für die mühevoll finanzierte Erhaltung meiner Körperfunktion sowie für meine Ängste, noch mehr in Armut getrieben zu werden.
Der tägliche Nahrungsbedarf beschränkt sich auf das Nötigste, damit für andere notwendigen Dinge zwei Euro übrigbleiben. Zwei Münzen für einen Existenzanspruch –

Sparen. Wer über seine Verhälltnisse lebt, trägt Schuld. Wer schuldig ist, sollte nicht essen, sollte sich sparsam verabschieden, nicht klagen, sollte sich prügeln und bestrafen lassen.

Der » Schmarotzer« (umgangssprachlich verfestigt seit 2005)  ernährt sich vorwiegend von Gemüsesuppen, die ihm über einen Leistungsbescheid bewilligt werden, mit drohendem Hinweis, dass seine klägliche Existenz  jeder Zeit in Frage gestellt werden kann, er mit harter Bestrafung zu rechnen hätte, sogar! mit der Einstellung seiner dekadenten Existenz, sollte er sich nicht fügen wollen.

1 Karotte,
1 Zucchini,
2 Tomaten,
1 Esslöffel Biobrühe,
1 Esslöffel  Ajvar,
1 Handvoll Nudeln,
Wasser und Strom.

Kommentare:

preussischer Widerstand hat gesagt…

Wir haben ja Franz Müntefering von der SPD den Satz zu verdanken: Wer nicht arbeitet, braucht auch nicht zu essen. Was soll das bitte heißen? Sollen wir die Menschen krepieren lassen? Im Mittelalter gab es keine Arbeitslosenquote. Natürlich nicht. Schließlich gab es auch keinen Kaptialismus, der streng kontrolliert, welche Arbeit ihr Geld wert ist.

Schönen Gruß!

http://stillerevolution.blogspot.de/

Ve Rena hat gesagt…

Eine Schande,dass ich erst jetzt auf diese Seite gestoßen bin ;-)
Viele Grüße von einer Leidensgenossin...