23.08.2015

Demütigen, hinrichten, vertreiben – Deutsche grüßen wieder deutschrechts

Die einen schreien: »Hier wohnt der Asylant – weg mit dem Dreck!«
Andere schreien: »Hier wohnt der Schmarotzer – raus mit dem Dreck!«

Tödliche Stimmung breitet sich über Deutschland aus. Das kleine geschliffene und gefrustete Bürgerlein rüstet sich für den Kampf Mensch gegen Menschendreck, schlägt jedem in die Fresse, den es in blinder Wut als Feind erkennt, fühlt sich dabei mächtig und erhaben, im soziopathischem Rudel mitbrüllen zu dürfen. Man spricht wieder deutsch rechts, denkt rechts und handelt rechts. Rechtshänder erheben die rechte Hand zum rechten Gruß.

Deutschland als Meister des Elends. Darauf sollen wir noch stolz sein, stolz auf eine Politik exportierenden Elends, stolz auf Menschenverachtung, Rassismus und Nazi-Banden.

Kommentare:

PeWi hat gesagt…

Ich glaube, dass ist so gewollt. Es gab und gibt immer rassistische Menschen oder Menschen, die vor sogenannter Überfremdung Angst haben. Die muss man aushalten. Die hielten bis jetzt auch so gut wie still. Wenn aber ein demokratischer Staat nicht zeigt, welche Werte er vertritt, sprich das Grundgesetz mit Füßen tritt, kommt der Teil der Menschheit zu "Ehren", die nationalistisch handeln in welcher Form auch immer bis hin zu Mord und Totschlag. Wo ist z.B. eine Frau Merkel. Es wäre ihre verdammte Pflicht und Schuldigkeit das Maul aufzumachen und das Grundgesetz - auf das sie vereidigt wurde und auch noch vor Gott - zu verteidigen. Es gibt doch Gesetze gegen das Bilden von kriminellen Vereinigungen! Es wird doch immer dann angewandt, wenn Menschen ihre grundgesetzlich geschützten Demonstrationsrechte gegen die Banken z.B. einfordern. Oder friedliche Demonstranten wurden in Dresden massenhaft abgehört und ein Jenaer Jugendpfarrer angeklagt, weil er friedlich demonstrierte. Da geht es, da ist plötzlich die Demokratie "wehrhaft", zumindest was solche Herrschaften unter Demokratie verstehen. Da gibt es ein Polizeiaufgebot, da wird Tränengas eingesetzt, Wasserwerfern, die Polizisten sind hoch gerüstet und schlagen auf die Menge ein und kesseln sie ein. Man denke auch nur an die hochgerüstete Polizei bei Fußballspielen. Wo war die Staatsgewalt in Heidenau? Heutzutage werden doch von jetzt auf gleich Wagenladungen von Flüchtlingen in die Gegenden regelrecht abgekippt, wo es sowieso schon Armut genug gibt. Wo es sowieso schon kaum Perspektiven für die Jugendlichen dort gibt und die Rentner durch Flaschensammeln ihre dürftige Rente auf"hübschen" müssen. Dass die das große Grausen bekommen, ist für mich bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar. Die kleinen Spießbürgerchen fühlen sich - und das nicht zu unrecht - verraten und verkauft. Sie sind es schließlich auch. Sie fühlten sich als Mittelstand und wurden wegrationalisiert. Sie sehen, was mit ihren Kindern und Enkeln hier in diesem Land geschieht. Sie sehen leider auch nicht den Zusammenhang zwischen Globalisierung und Ausplünderung anderer Länder und die Kriege, die vom Westen angestiftet worden sind, die immer mehr Staaten in der Welt zu gefallenen Staaten machen. Sie lieben ihre Merkel und loben ihren Schäuble, dabei erntet der Westen jetzt die Früchte der bösen Taten. Und wieder sind es die kleinen Leute, die alles ausbaden müssen. Man frage sich mal, wo die vielen Zuwanderer als nicht- oder kaum ausgebildete Arbeitskräfte eine Arbeitsstellen finden sollen. Man frage sich mal, wo die Menschen wohnen sollen, die hierherkommen, wo doch in in vielen Gegenden schon jetzt Wohnungsmangel für Geringverdiener und Langzeitarbeitslose herrscht. Statt diesen Rattenfängern nachzujagen, sollten sich die Leute lieber an die Verursacher von allem halten und die unterstützen, die sich dagegen wenden, z.B. Campact. Für mich sieht das nach einen großen Plan der Herrschenden aus, um die letzten Reste der Demokratie abschaffen zu können und das auch noch mit dem Beifall der breiten Masse.

frei-blog hat gesagt…

Liebe PeWi,
natürlich ist es "so gewollt". Ich lese zwar auch sehr viel darüber, aber begreifen kann ich es letztendlich auch nicht mehr, ohne alles in Frage zu stellen, was noch mit einer Spur Menschlichkeit zu tun hat.
Natürlich kann ich Menschen verstehen, die selbst dringend eine sogenannte "angemessene Wohnung" suchen, weil der Staat es ihnen verwehrt, ihr soziales Umfeld beibehalten zu können. Und ich verstehe auch jeden Menschen, der darüber verbittert ist, aus seinem Lebensumfeld herausgedrängt zu werden, eine Tatsache, die ich mit einem Trauma vergleichen möchte, mit all den schwerwiegenden Folgen.

Ich kenne noch eine Altbauwohnung aus Frankfurt/Sachsenhausen, in einem Viertel von Altbauwohnungen, 1983, die heute sicherlich für zahlungskräftige Mieter saniert wurden, unter Mietpreisen, die sich nur wenige leisten können.

Ich verstehe die Wut sowie auch die Verzweiflung darüber. Was ich nicht mehr verstehen kann, ist eben diese blinde Wut, die sich gegen alle Menschen richtet, deren Leben, deren Überleben an einer Grenze enden soll, einer Mauer hinter Stacheldraht, Mord und Verfolgung.


PeWi hat gesagt…

Genau, deshalb habe ich gesagt: ... bis zu einem gewissen Grad. Und was sagt wieder eine Merkel? Laue Luft. Nichts. Die Justiz schaut zu, die Polizei schaut zu, niemand wird verhaftet und dem Richter zugeführt, kein Paragraph wird angewendet der die Bildung einer kriminellen Vereinigung beinhaltet, die dürfen nicht angemeldet irgend etwas machen. Ich erinnere mich noch an das Gekreische, als ein paar autonome Jugendliche Polizeiautos anzündeten. Heute werden Häuser niedergebrannt, Menschen bedroht ... nichts! Sehe ich Demos gegen die Ausbeutung von Afrika? Nein, wir kaufen Rosen von dort ... ist ja wichtig ... können ohne nicht auskommen ... was mit denen geschieht ist sowas von egal ... sind ja nur Afrikaner. Und genau die stehen jetzt vor unserer Tür. Sehe ich Demos gegen Rüstungsexporte? I-wo ... schließlich hängen sonst wieviele Arbeitsplätze an Mord und Totschlag ... wenn wir sie nicht verkaufen, verkaufen andere die ... wir können ja nichts dafür, wenn die sich die Köppe einkloppen ... Und jetzt stehen die Menschen von dort vor unserer Tür. Sehe ich Demos gegen die Kriegstreiberei der USA und der NATO? Nein! Und jetzt wundern wir uns, dass die Menschen aus den von uns zerstörten Staaten vor unserer Tür stehen. DAS meine ich. DAGEGEN sollten sich die Menschen wenden und nicht mit dem Mob gemeinsame Sache machen. Teile und Herrsche. Ganz arm trifft auf relativ arm. Leider ist es nicht so einfach mit schwarz und weiß. Da wird den Langzeitarbeitslosen unseres Landes nicht mal das Existenzminimum zugestanden, so dass sie zu den TAFELN verdonnert werden und dort treffen sie dann auf Flüchtlinge, obwohl die Lebensmittel schon vorher nicht für alle gereicht haben. DAS ist das Verbrechen, was sich hier abspielt. Und darauf reitet braun. Und das sollte in die Überlegungen auch mit einbezogen werden. Wer sich in der Richtung äußert ist noch lange nicht braun, sondern besorgt. Aber das will man nicht hören. Uns geht es ja allen gut. Arm soll sich mit relativ arm um Brot streiten. So haben es die Herrschenden am liebsten. Und somit kann ich auch den Unmut verstehen, der sich weit in die Mitte der Bevölkerung ausbreitet. Willkommen gibt es nur - und das überall in der Welt - wenn die äußeren - sprich sozialen - Bedingungen in einem Land stimmen. Das ist in Deutschland und der EU im Allgemeinen nicht mehr der Fall. Übrigens, und das nur am Rande - auch die Ostdeutschen wurden nicht unbedingt immer mit einem Willkommen in westdeutschen Städten aufgenommen. Ich weiß wie das ist, unwillkommen gewesen zu sein, habe es selbst am eigenem Leib gespürt, obwohl das mit diesem rassistischen Mob nichts zu tun hatte. Nur, die gleichen Menschen, die gegen uns gemobbt, gehetzt und uns beleidigt haben, sind wahrscheinlich die gleichen, die sich nun vom braunen Mob vertreten fühlen. Merkels Pflicht wäre, die unsägliche Null im Haushalt aufzuheben, um Investitionen in das Land und seiner Infrastruktur zu ermöglichen. Merkels Pflicht wäre, HartzIV zu kippen, damit Arbeitslose nicht mehr zu Abfall gemacht werden. Merkels Pflicht wäre, einen höheren Mindestlohn zu installieren. Merkels Pflicht wäre, die Daseinsvorsorge in staatliche Hände zu legen und die Angestellten dort menschenwürdig zu bezahlen. Merkels Pflicht wäre, die Schwerstreichen zur Kasse zu bitten und u.U. Gesetze gegen Kapitaltransfers zu erlassen. Merkels Pflicht wäre, das Land wieder hoch zu bringen. Das würde sicherlich nicht den Rassismus ausradieren, aber deren Basis würde sich langsam verkleinern, wenn die Menschen merken, dass es in diesem Land vorwärts geht, dass sie keine Angst mehr vor der Zukunft haben müssen. Merkel ist alt genug, dass sie sich das leisten könnte, wenn sie überhaupt so weit denken könnte. Sie braucht keinen Anschlussjob mehr. Merkels Pflicht wäre, sich endlich mal aus der Umklammerung ihrer sogenannten Freunde zu lösen, da es sowieso keine richtigen Freunde sind. Das wird alles nicht geschehen. Die Verhältnisse werden sich verschlimmern. Es ist eben nicht alles schwarz-weiß.