10.08.2015

Hartz IV-Tagebuch: Aus ALG II in die aufstockende Armutsrente geprügelt

Zwangsverrentung
Bliebe mir eine Wahl, hätte ich ich mich diesem Zwang verweigern können?
Nein. Nicht, wenn ich die sofortige Einstellung meiner ALG II-Bezüge hätte riskieren wollen. Soweit zur freien Entscheidung der Menschen, wenn es letztendlich nur noch darum geht, welcher Träger die weiteren Kosten für eine Grundsicherungsexistenz gewährleisten müsse.

Grundsicherung

Meine genehmigte Rente voller Erwerbsminderung (554 Euro und 17 Cent) darf ich nun über das zuständige Sozialamt aufstocken lassen. Der Sachbearbeiter war nett und hilfsbereit, die Bedingungen einer aufgestockten Verarmungsrente sind weniger nett und schon gar nicht hilfsbereit.

Armutswechsel mit Schulden

Ab 1. Oktober wird mir erstmals Rente überwiesen, allerdings erst zum Monatsende!, also keine Vorauszahlung, wie es bei ALG II üblich ist. Das JC stellt seine Leistung ebenfalls ab 1. Oktober ein. Mein Existenzminimum für September ist somit noch gesichert, nicht aber für den Monat Oktober, da ich mit der ersten Rentenzahlung meinen Lebensunterhalt für November aufstockend sichern muß.

Noch einmal: Für Oktober wäre ich nicht in der Lage, meine Miete, laufende Kosten sowie Nahrung zu bezahlen.
Gut, ich habe sicherlich die Möglichkeit beim Sozialamt ein sogenanntes Darlehen zu beantragen, das mir danach wieder über Raten vom Existenzminimum abgezogen wird, weil die Zahlung einer Rente, für einen laufenden Monat, nicht zum Anfang eines Monats erfolgt.


Und noch einmal: Der Staat gewährt mir ein erzwungenes Darlehen zur Überbrückung meiner Existenz für einen Monat, obwohl er dies verhindern könnte, indem er Renten zu Beginn eines Monats auszahlen könnte.

Keine Kommentare: