03.08.2015

Zeit für einen Alltagsaufreger vor REWE-Kasse

Stehe an der Supermarktkasse, schon etwas angefressen, weil hier der Nachschub an Kidneybohnen vernachlässigt wird (meinen Dank an alle Billiglohnfirmen, die sich an billigen Regaleinräumern bereichern ), mir meinen Speiseplan des Tages verhageln, ich planlos herumirre, bis mich eine einsame Erleuchtung trifft, dass ich für heute keinen Bock mehr auf Kidneybohnen habe, dieses Haus – nur unter Protest – wieder verlassen möchte, aber, nicht bevor ich Frau Kasse darum bitten möchte, mir einen lächerlichen Zehner zu wechseln, den sie mir eh hätte wechseln müsse, würde ich ihr eine Dosis Kidneybohnen auf's Band legen können. Nur so funktioniert billige Rache.

Vor mir möchte ein Konsument mit einem Fünfhunderter seine Bedürfnisse begleichen. Ein bunter Schein, bei dessen Anblick ich unweigerlich  zu sabbern anfange, Frau Kasse in sich zusammensinkt, den Mann mit strengem Blick scant: Ausländer, Bauarbeiter, Monatsende, Schwarzarbeit, Falschgeld, Geldwäsche, Maffia –


Ich warte. Frage Frau Kasse im Plauderton, ob es schon problematisch sei, mit einem Fünfhunderter eine Dose Kidneybohnen zu bezahlen, wenn auch sehr merkwürdig, immerhin sei ein Euro doch ein Euro, sonst würde die Bundesbank ja auch keine Fünfhunderter mehr drucken, oder nur noch Spielgeld. Oder was?
Frau Kasse erscheint sichtlich überfordert, ruft nach Filialleiter, bittet mich weiter zu warten, hätte wohl eh nichts zu bezahlen, weshalb ich mich nicht so aufblasen sollte, man würde hier sofort eine wichtige Entscheidung treffen, im Sinne aller Kunden, denen REWE ein besseres Leben verspricht, weil der Kunde zwar ein König, aber auch sein eigener Arsch sei.

Klar– Plakate lügen nicht.


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