15.09.2015

Hartz IV-Tagebuch – Zeit zu malen

Volker Wulle; Ausblick


















Nachdem ich nun die Sinnlosigkeit des Forderns ohne Förderung von der Backe habe, kann ich mich als frühzeiter Zwangsrentner abermals darauf konzentrieren, die mir weiterhin verbleibende Grundsicherung – als staatliche Förderung kreativer Armutsmaßnahme – in drei klägliche Happen aufzuteilen: Grundwohnen, Grundnahrung und soziale Grundteilhabe.
Dem Vollzug, zur Eingliederung lebenslanger Abhängigkeit, wurde nach eingehender Überprüfung stattgegeben. Für einen Mehrbedarf an Lebensqualität wenden sie sich bitte nicht mehr an uns.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich bedaure es sehr, daß ich Ihren Sorgen nicht die Schärfe nehmen und nur Alles Gute wünschen kann...

Aber das Bild ist einfach wieder toll!

frei-blog hat gesagt…

@Anonym,
danke, das macht Mut, nicht aufzugeben.
Liebe Grüße an einen unbekannten BetrachterIn.

Ina hat gesagt…

Ach Mensch, ich weiß mal wieder gar keine Worte... Vielleicht gibt es da auch gar keine mehr, weil du den Nagel immer wieder so gut triffst. Ich hoffe jedenfalls, es hat sich irgendwas für Oktober ergeben...

Ich sage ja sonst nichts zu den Bildern, weil ich so was nicht konstruktiv kann, aber dieses erinnert mich an das wilde Feld hinter meiner Umschulungseinrichtung vor einigen Jahren. Hübsches Feld war's, das Blöde war man musste durch um zum S-Bahnhof zu kommen. War im Dunkeln nicht ohne, aber im Morgennebel habe ich da immer gern gestanden.

Liebe Grüße

frei-blog hat gesagt…

@Ina,
das Sozialamt hat mir ein Darlehen bewilligt, in Höhe der Rente, die mir für Oktober fehlt. Leider benötige ich dafür 18 Monate, um es zurückzuzahlen (wird von der Grundsicherung monatlich mit 30 EUR abgezogen). Dies wäre für mich eine Katastrophe, da die Berechnung der Grundsicherung ohne Unterschiede auf Hartz IV-Niveau liegt. Jedoch habe ich das Glück!, dass das Sozialamt den Quadratmeterpreis für eine angemessene Wohnung anders berechnet, als mir vom Jobcenter genehmigt wurde. Dies bedeutet, dass mich das JC wohl jahrelang beschissen hatte. Macht immerhin 40 EUR pro Monat aus. Du kannst Dir vorstellen, wie ich Feuer spuckte –
Zu den Bildern: Jeder kann sich dazu seinen eigenen Vorstellungen hingeben, was er darin sieht oder auch fühlt. Deshalb würde ich auch niemals ein Bild erklären wollen, wäre auch gar nicht möglich. Ich male aus mir heraus, lasse es in diesem Moment einfach fließen. Mal so, mal so –. Im Grunde male ich mit meiner Seele, meine Hände sind dabei Werkzeuge, die ein munteres Eigenleben führen.
Liebe Grüße
Volker

Ina hat gesagt…

Ja, ich kann mir das Feuerspucken GUT vorstellen. So ist mir das zwar nie passiert, aber mal was ähnliches. Da habe ich auch getobt. Obwohl es in deinem Fall viel drastischer ist, weil du ja für die Wohnung so viel zuzahlen musst. Ich freue mich jedenfalls - Darlehen hin oder her - zu lesen, dass du für Oktober wenigstens doch Geld hast um zu überleben.

Mir gefällt dein letzter Satz das Bild beteffend, auch bei mir ist der Fluss immer das Wichtigste. Alles was ich irgendwie plane endet im Desaster. Ich muss "laufen" lassen, wenn ich will, dass etwas funktioniert und nicht in Blockade endet.

Liebe Grüße