10.09.2015

Zahlungsmittel »Stützewährung«

Rentner wedelt wild vor Rentnerin herum, »Jaja, jaja –«, während sich die Dame lauthals beklagt, »Unsereins mußte sein Leben lang arbeiten –«, und, da ein gerechter Aufstand weitere Nahrung einfordert, schreit aufgestauter Frust in Richtung einer Azubi (sichtlich ausländisch oder sonstiger Herkunft), die leicht verstört, um sich blickend, ihr Ausbildungsziel noch erreichen möchte, wenn auch mit aufstockender Stützewährung.
Es juckt am Steißbein, möchte mich kratzen, mit aller Höflichkeit darauf aufmerksam machen, dass ich solche Tönerei hasse, werde allerdings durch einen abschätzenden Blick auf mein linkes Knie daran gehindert, hierbei klar Sellung zu beziehen.
Ein Loch im Kniebereich meiner Jeans outet mich vor aller Augen als mutmaßlichen Stützeschnorrer. Wie peinlich – ich wage es, in diesem Konsumtempel mit Stützewährung zu bezahlen.

Demnächst nur noch in Anzug und Krawatte aus der Kleiderkammer.

Kommentare:

PeWi hat gesagt…

Eeh, nee, kaputte Jeans sind fast immer modisch. Die Risse an der richtigen Stelle. Knie ist auch dabei - und schon ist man top. Den richtigen Aufnäher der Marke kann man sich ja noch besorgen.

frei-blog hat gesagt…

@PeWi,
wenn es nur beim Knie bliebe :-)
Jedenfalls benötige ich keine teure Boutik, um mich zu stylen, die Löcher kosten mich nichts, und somit bin ich immer trendy, bis die Löchermode mal wieder aus der Mode kommt.
Im Winter ist's halt blöde, da pfeift der Wind hindurch –
:-)