28.10.2015

Das Humankapital in der Gefangenschaft eines alles kontrollierenden Kapitalismus

Die Geldinstitute sollen ab 2016 dazu verpflichtet werden, ausnahmslos jedem ein Basiskonto einzurichten, damit – so der allgemeine Tenor – die Teilnahme am wirtschaftlichen- und sozialem Leben gewährleistet ist.
Die wohl verdeckt angstrebte Absicht, die bis zum Tag X noch nicht weiter öffentlich thematisiert wird, lässt dabei erahnen, dass in einigen Jahren das Bargeld Vergangenheit ist, die Menschen in die digitale Abhängigkeit gezwungen werden, Freiheit und Selbstbestimmung verlieren.

Nein, es ist bestimmt keine aufkommende Menschenfreundlichkeit, die uns hierbei als sozialer Fortschritt sugerriert werden soll – im Gegenteil. Der Verarmte, der Obdachlose wird weiterhin am unteren, gesellschaftlichen Randboden sein bisher kümmerliches Leben ertragen müssen, wird weiterhin bei der sozialen Teilhabe ausgegrenzt bleiben. Was sollte sich daran auch ändern, wegen einem zugesicherten Basiskonto?
Dass sogar Flüchtlingen ein Konto nicht verweigert werden darf, ist m.E. ein weiteres Indiz dafür, um das Ende des Bargeldes einzuleiten, sprich: jeder, selbst der Taschengeldempfänger wird zukünftig nur noch mit digitalem Scheingeld per Abhängigkeits-Karte bezahlen können.

Eine Scheinwährung, die keinerlei Sicherheiten mehr bietet. Digitale Lebensgrundlagen, die zu jeder Zeit mit einem einzigen Mausklick verweigert werden können, um das Humankapital, die Überflüssigen, die Systemverweigerer und die Aufständischen von morgen in einem alternativlosen Zwinger zu halten.

Die Gewinner berauschen sich derweilen schon an der Vorstellung unbegrenzter Macht. Wer dabei noch die Meinung vertritt, es würde sich nichts grundlegendes ändern, der irrt in seinem hörigen Glauben an einen wohlstandsversprechenden, verantwortungsvollen Kapitalismus.

Kommentare:

Charlie hat gesagt…

Ich habe das mit demselben Schrecken gelesen wie Du und dazu auch meinen Senf geschrieben. Die Bande macht einfach immer weiter ...

Es ist zum Gruseln.

Liebe Grüße!

frei-blog hat gesagt…

@Charlie,
es ist wirklich zum Gruseln und es wird schmerzlich gerade die Armen treffen.
Warten wir mal die nächsten fünf Jahre ab –
Liebe Grüße aus der Armut.