31.12.2015

Damals – Begräbnis mit Schwarzgeld.

Herr B., Pfarrer unserer evangelischen Gemeinde, ein gesegneter Vertreter seiner nährenden Kirche, der streng darüber wachte, dass schutzbefohlene Konfirmationskinder ihre Prüfungen bestanden, ein als ehrenwert angesehener Mann mit einladenden Gesten, der sonntags von seiner erhöhten Kanzel nach unten blickte, über Glaube, Liebe und Demut sprach, eben dieser feine Herr forderte von meiner Mutter, ihm zweihundert D-Mark zu überreichen, damit er ihrem Wunsch nachkommen könne, meinen Vater mit christlichen Ehren zu bestatten, die er sonst verweigern müßte, da der Verstorbene keine Kirchenzugehörigkeit mehr besitze, er mit Schwarzgeld dem Wunsch der trauernden Witwe nachkommen könnte, allerdings unter dem Siegel christlicher Verschwiegenheit.

Mühsam Angespartes versank im Rachen eines korrupten Gemeindepfarrers, der es dazu noch fertigbrachte, einen geplünderten Toten zu segnen.

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