26.12.2015

Damals – sentimentales Minutenkino.

Es ist schon ein sonderbares Gefühl zu wissen, dass das Haus nicht mehr steht, indem ich sechzehn Kindheitsjahre verbrachte, von Geburt an, bis eben der Tag kam, an dem ich die Wohnung räumte und nach BC zog, meine Mutter im Grab meines Vater einen Platz fand.

Manchmal sehe ich mich in Gedanken am Fenster meines Zimmers stehen, den Wind prüfen, ob meine Papierflieger bis über das Dach gleiten würden, wenigstens für eine Minute, bis ich sie wieder und wieder in den Wind werfe.
Ich stehe an der Tür, verabrede mich mit meinen Kumpels von nebenan – B., K., und W.
Es ist Zeit, einmal wieder durch die Gegend zu streifen, auf dem Gelände der benachbarten Schule Fußball zu spielen, bis uns der Hausmeister verjagt, wir uns flink über den Zaun retten, lachend das Weite suchen, Nasen zeigen.
Wir sind die Helden, Indianer aus großstädtischen Firmenwohnungen, bewaffnet mit Steinschleudern, die wir aus dem Geäst der Büsche brechen, mit Rexgummis auf Schatten schießen, die hinter Gebüschen lauern.

Meine Kumpels von nebenan, der B., der K., der W. – wohin trieb sie der Wind der Zeit? Ich weiß es nicht.

Kommentare:

Charlie hat gesagt…

Das hat mich sehr berührt, danke dafür.

frei-blog hat gesagt…

@Charlie,
ich danke ebenfalls.
Liebe Grüße