08.02.2016

Hartz IV-Rentnertagebuch – weitere grundgesicherte Schuldenlast.

Zum Verständnis dies Posting bitte vorher lesen.

Zuerst:
Jegliche Erhöhung/Neuberechnung aus meiner Erwerbsminderungsrente wird mit der aufstockenden Sozialhilfe verrechnet. Meine monatlichen Bezüge werden somit den Grundsicherungsanspruch nicht und niemals um einen einzigen Euro übersteigen dürfen.

Aufgrund eines Antrags bei der Rentenversicherung (Bezuschussung der Kranken-und Pflegeversicherung) wurde meine Rente ab Oktober 2015 (Renteneintritt) neu berechnet und somit erhöht. Eine Nachzahlung von 445 Euro wurde mir bereits überwiesen, die ich an das Sozialamt zurückerstatten muß, dessen aufstockende Zahlungen nach dem ursprünglichen Rentenbescheid berechnet wurden.

Nun wiederholt sich eben dieser Irrsinn, den ich im obigen Posting schon ansprach.
Meine erhöhte Rente wird erstmals für Februar ausgezahlt, allerdings am Ende des Monats. Da das Sozialamt für einen laufenden Monat am Anfang eines Monats auszahlt, ergibt sich für den Monat Februar eine Überzahlung von 111 Euro, die ich ebenfalls noch zurückzahlen muß.
Da mir dies nicht möglich ist, wird ein weiteres Darlehen gewährt, zusätzlich zum ersten Überbrückungsdarlehen.

Für die nächsten zwei Jahre wird somit ein monatlicher Betrag von 30 Euro aus meiner Grundsicherung einbehalten, bis beide Kredite zum Überleben beglichen sind.
Ich darf gespannt sein, in welchem Maße ich mich noch weiterhin verschulden könnte, zwangsläufig müßte, mit Ratenzahlungen für Überlebensdarlehen aus der Grundsicherung.

Mir jedenfalls reicht es –

Kommentare:

Ve Rena hat gesagt…

Das Gleiche muss ich mir gerade auch bieten lassen.Unglaublich...
Wie schön,dass es gesetzlich so überhaupt möglich ist.Das Grundgesetz ist ja nicht sooo wichtig im Gegensatz dazu ^^

Charlie hat gesagt…

Bist Du wirklich sicher, dass diese Vorgehensweise des Sozialamtes rechtens ist? Nach meinem Kenntnisstand gibt es (noch) eine gewisse "Zuverdienstmöglichkeit" auch für Menschen, die zwangsweise in die Frührente geschickt wurden. Ein Widerspruch ist das Mindeste, was Du den ausführenden Menschenfeinden im Amt zumuten solltest.

In jedem Falle gilt aber, dass Du Dir möglichst kompetente Hilfe suchen solltest - allein ist der Kampf mit den sich allmächtig wähnenden Behörden der staatlich verordneten Zwangsverarmung äußerst zermürbend und gesundheitsschädlich.

Du kannst beispielsweise hier nach entsprechenden Anlaufstellen suchen.

Solidarische Grüße!

frei-blog hat gesagt…

Hallo Charlie,
es ist leider rechtens, da die 445 EUR aufgrund einer Neuberechnung der Rentenkasse eine Nachzahlung sind, und das Sozialamt mich (ja, klingt echt witzig)mich überzahlte. Also: den Betrag muß ich zurückzahlen, die zukünftige Sozialhilfe mindert sich somit um den erhöhten Betrag meiner Rente. In der Summe habe ich weder mehr noch weniger.
Die perverse Tatsache, dass ich mich mit weiteren 111 Euro beim Sozialamt verschulde (die treten ja für einen laufenden Monat in Vorleistung, liegt an der Zahlungsgepflogenheit der Rentenkasse, die Rente für einen laufenden Monat erst am Ende des Monats auszuzahlen. Dem Gesetzgeber ist es somit scheiß egal, ob die Menschen deswegen in weitere finanzielle Nöte geraten. Durch eine Neuregelung könnte dies alles vermieden werden.
Und weiterhin eine Tatsache, dessen perverse Logik gerade diejenigen trifft, die mit einem anrechnungsfreien Zuverdienst ihre Not etwas lindern könnten: Als Rentner mit aufstockender Sozialhilfe wird mir dies verwehrt, was einem Hartz IV-Bezieher noch zugestanden wird. Das ist Gesetz, wenn auch nicht nachvollziehbar ist, warum der Staat dazu noch Armut bestraft.
Somit kann ich mir auch jeglichen Gedanken an eine Klage vor einem Sozialgericht ersparen. Hierzu braucht es politische Entscheidungen, die allerdings nicht zu erwarten sind.
Liebe Grüße-
Volker