16.02.2016

Hartz IV-Tagebuch – der Volldepp, Teil 2

Plötzlich stand Hartz vor der Tür.
Ich wurde aufgefordert, nein, ich wurde dahin gezwungen, einen Antrag auf ALG II zu stellen, könnte dies direkt bei der Arbeitsagentur erledigen, es gäbe Mitarbeiter, die mir kompetent den Übergang in die Armut erleichtern würden.

Nein, ich besitze kein Vermögen, keine Lebensversicherungen, muß aber Miete und Strom bezahlen, essen?, nunja –

Antrag unterzeichnet.
Oh Scheißendreck, dachte ich beim Lesen des ersten Leistungsbescheids einer mir unbekannten Behörde, die mir volltönig einen Fallmanager versprach, sogar einen persönlichen, an den ich mich jederzeit wenden könnte.
Ein Telefongespräch zu führen ist das eine, schwierig wird es, wenn die dazugehörige Rufnummer – als Geheimnummer – nur unter einem Bürokratentisch weitergereicht wird.

Guten Tag, ich bin Neuankömmling, möchte bitte meinen persönlichen Fallmanager sprechen, einen Termin vereinbaren –

Fallmanager?


Ja, ich wurde darüber informiert –


Es gibt hier für sie keinen Fallmanager, warten sie ab, wir melden uns zu gegebener Zeit –


Cool, dachte ich, während ich mein erstes Schmerzensgeld in übersichtliche Häppchen aufteilte, Butter und Brot neu berechnete, um mich gestärkt weiteren Erfordernissen zu stellen, meiner Pflicht nachzukommen, um neue Wege aus der Verbannung zu finden.

Klar, an mir sollte es nicht liegen. Wer willens ist, findet zupackend sogar eine passende Bank mit Schlafsack –

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