13.02.2016

Hartz IV-Tagebuch: Kurzer Rückblick – der Volldepp.

Als ich 03 so richtig richtig arbeitslos wurde, schrieb die Leiterin des Arbeitsamtes Limburg ihren Kunden nette Briefe, in der sie auf Möglichkeiten hinwies, mit einem 1 Euro Job (damals noch freiwillig) Gutes zu tun, also gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen (Gewissensprüfung), nebenbei noch ein paar magere Euros abzugsfrei dazuverdienen zu dürfen, es wäre immerhin eine Chance, vieleicht vieleicht darüber wieder eine richtig richtige Festanstellung zu finden.

Möglicherweise war ich damals der erste verantwortungswillige 1 Euroknecht, der sich dankbar an seine Kommune verkaufte, die ebenso dankbar ihr Glück mit meinem Glück teilte, da 120 monatliche Arbeitsstunden nirgendwo so billig billig

Allerdings unterlag ich ständig dem Eindruck, von mir ginge ein übler Geruch aus, denn: wer für einen Euro in der Stunde freudig-hoffend Leistung erbringt, kann wirklich wirklich nicht normal sein, ist eher ein Looser oder Volldepp, und schon gar kein anerkannter Kollege einer Stadtverwaltung, inmitten eines leistungsbringenden Beamtenrudels.

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