25.02.2016

Katzenjammer

»Hier stinkt es.«

Plötzlich steht Nachbars Katze hinter mir, rümpft maunzend ihre Nase.

»Es duftet, du Flickenteppich,
verteidige ich köchelndes Sauerkraut auf dem Herd, und überhaupt, was schleichst du unangemeldet in meiner Bude herum, meckerst über Gerüche, die dich nun mal gar nichts angehen.«

»Komm mal runter, du Zweibeiner, eine offene Tür betrachte ich als Einladung, wolltest wohl ablüften, was du menschenmäßig als Duft bezeichnest. Aber warm ist es hier schon, wenn auch dein Futter für meinen Geschmack ... egal ... immerhin ein alteingesessenes Sofa, das lässt doch hoffen.«


Als Gastgeber sehe ich mich in der Pflicht, dem Flickenteppich einen geruhsamen Aufenthalt zu ermöglichen, bewege mich leise auf Menschenpfoten, lausche dem Sound eines schnurrenden Katzenschlafs, in der Hoffnung, dass sich der verpennte Flickenteppich bald vom Acker macht, sonst stehe ich beim Nachbar vor der Tür, weil ich mit seiner »Susi« keinen weiteren Zoff haben möchte, keine Diskussion darüber führen will, ob der Gestank einer Bratwurst zum Kraut auszuhalten sei, und mir nebenbei noch anhören müsste, dass mein Sofa schon mal gar nicht Susis Katzengeschmack entspräche–

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