15.03.2016

Die geregelte Armut der Tafeln.

Ein Kommentar zu »Arme gegen Arme«.

»Worüber es noch nie flächendeckend Aufregung gab, ist der Umstand, dass in einem der reichsten Länder der Welt zigtausende Menschen nicht einfach in einen Laden gehen können, um sich die Nahrungsmittel zu kaufen, auf die sie gerade Lust haben. Sondern dass sie in einer Ausgabestelle anstehen und geduldig auf das warten müssen, was für sie übrig geblieben ist – bevor es sowieso im Müll gelandet wäre.«

Die erniedrigende Hoffnung auf den Verzehr geeigneter Lebensmittel über Abfall-Spenden – vor Bettlerfüßen geworfen – Nahrung zu erbetteln, sich dabei noch dankbar zu verbiegen, bishin zum drohenden Verlust einer Selbstachtung, diese erzwungene Hoffnung ist es (?), die ein realistisch berechnetes Existenzminimum im Grunde verhindert, ein »Bundesverband Deutsche Tafel« die brutale Sozialpolitik dazu noch befördert.

Ich möchte hierbei nicht missverstanden werden.
In Bad Camberg versuchen seit Jahren ehrenamtliche Frauen aus der kath. Kirchengemeinde Not zu lindern, indem sie einen kleinen Laden für Bedürftige eröffneten, freitags ein Zufallslos darüber entscheidet, ob sich ein Warten noch lohnen könnte. Danke dafür.

Armut eignet sich kaum für einen flächendeckenden Aufreger, Armut sollte erlebt und versteckt geregelt werden –

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