10.03.2016

Hartz IV-Tagebuch – mit 5,70 Euro täglich Armut üben.

Nein, nicht für Lebensmittel, dies wäre noch einigermaßen erträglich.
Genau genommen dürfte ich täglich nicht mehr als drei Euro für meinen Nahrungsbedarf ausgeben, und die erste, die wichtigste Frage am Morgen ist: was kann oder darf ich heute essen?

Ich befinde mich im Jahre 2016, in einem Jahrtausend, indem Aufrüstung, Kriege und Finanzsysteme Billionen verschlingen, während Menschen auf ein bedrohliches Existenzminimum herabgewürdigt werden, Ängste um Nahrung sowie Wohnraum ein menschenwürdiges Leben in unserer sozial-bedarfsbestimmten Gesellschaft faktisch nicht mehr ermöglichen.

Neben den weltweit politischen und ökologischen Bedrohungen, denen wir uns alternativlos ausgesetzt sehen, führt die gewollt herbeigeführte Verarmungsstrategie zu einer langsamen, aber absehbaren Selektion, die auf der Grundlage der Agenda 2010 in der Sozialgesetzgebung festgeschrieben wurde, einer Gesetzgebung zur Verwaltung der Armut.

Eine Kosten-Nutzen-Rechnung finanzierbarer Sterbehilfen auf Antrag – Selektion nicht verwertbaren Menschenmülls?
5,70 Euro pro Tag sollten ausreichen, damit der nächste Krieg sozialverträglich geführt werden kann.

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