03.03.2016

Hinter den Schlagzeilen – von oben herabgewürdigt.


Was war geschehen? – ein Kommentar wurde seziert:

Volker:
Nur mal so zum Aufmacherbild – die erste Frage, die sich mir spontan stellte war: wo kommen Kartoffeln und Öle her, wo der Strom für den Herd

Ja ich weiß, es ist eine wirklich blöd gestellte Frage. Sie sollte allerdings mutig gestellt werden, da der pflanzliche Nahrungsbedarf unsere Umwelt nicht verschont, die Ausbeutung der Böden natürliche Zusammenhänge vernichtet, Landwirtschaft sowie Konzerne daran interessiert sind, mit geringstmöglichen Aufwand Gewinne zu erzielen. Einmal davon abgesehen, dass Lagerhaltung und Transport nicht gerade als umweltschonend zu bezeichnend sind, sollte sich der eingefleischte! Veganer schon einmal fragen, unter welchen Bedingungen sein Gemüse, Obst und Sonstiges angebaut und verarbeitet werden, über den globalen Handel bequem auf seinem Veganteller landen. Dass in diesem Produktionskreislauf auch noch Menschen (man glaubt es nicht) benötigt werden, die wiederum unter marktwirtschaftlichen Ausbeuterbedingungen eine Nahrungsversorgung aufrecht erhalten, die in der Veganerküche als moralisches „Muss“ zelebriert wird, diese Frage scheut der Vegi ebenso, wie der Angeklagte – der gemeine, gewissenlose Allesfresser.

Vegan ist was glücklich macht. Und nicht vergessen: Kartoffeln, Öle, Zwiebeln, benötigen Maschinen, die sich durch Böden fressen, Fruchtbarkeit mittels Chemikalien und Gifte aufrecht erhalten, Tofuburger versprechen, Tofuwurst und Tofuhack energieaufwendig in Plastikverpackungen anbieten (80 Gramm), die der Veganer zwar moralisch ablehnt, sich aber – ohne umweltschädigende Zugeständnisse – kaum ernähren könnte.
Ich weiß, ist harter Stoff für die Veganer.

Redaktion:
Naja, Volker, dass heißt ja nicht, dass Vegetarier (oder die Hersteller pflanzlicher Nahrung) nicht in anderer Hinsicht Fehler machen können. Bio-Gemüse bei Rewe wird in monströsen Plastik-Verpackungen verkauft. Menschen-Ausbeutung kann im Pflanzen-Anbau wie in der Tierhaltung vorkommen. Wenn Du beides isst,finde ich es nicht fair, hier mit der Attitüde aufzutreten: „Jetzt erzähl ich euch Vegan-Gutmenschen mal eine für euch unbequeme Wahrheit, die ich euch aber nicht ersparen kann.“ Als sei gerade dem HdS-Redakteur ohne Deine Ermahnung nicht bekannt, dass auch Menschen schlecht behandelt werden. Tatsächlich gibt es Veganer, die sich nur für das Schicksal von Tieren interessieren, für andere Themen nie, aber das ist, glaube ich, nicht das Problem hier auf dieses Seite.

Es zeugt einfach von Unwissenheit, zu argumentieren, Pflanzen verbrauchten ja auch Böden. Für die Herstellung von 1 kg. Rindfleisch werden 15.455 Liter Wasser verbraucht. Der CO2-Ausstoß bei der Rinderhaltung beträgt mehr als das 10-fache im Vergleich zum Soja-Anbau. Für die Herstellung einer tierischen Kalorie (Rind) werden 20 planzliche Kalorien verbraucht. D.h. auf einem Planeten voller Hungernder gehen 19 dieser 20 Kalorien schlicht flöten. Alles, was der Pflanzenproduktion vielleicht zurecht vorgeworfen wird, gilt für die Fleischproduktion potenziert. Und besimmte Probleme, z.B. Plastikverpackungen, kann man nicht ganz vermeiden, jedoch minimieren. Gemüse direkt in die Korbtasche und Tasche dafür gelegentlich auswischen. Freilich können Arme viele Formen des ethischen Einkaufs nur begrenzt wahrnehmen (Fair Trade-Produkte). Deshalb verbieten sich Vorwürfe in solchen Fällen, aber ich habe extra die Bratkartoffen abgebildet, nicht die „vegane Ente“ aus dem Versandhandel, um zu signalisieren: das muss nicht teuer sein.



Eulenfeder:
…von einem topf kartoffelsuppe, mit zwiebeln, knoblauch, bischen suppengemüse – esse ich manchmal 3 tage, brot dazu.
es schmeckt mir – ich werde satt, bin zufrieden mit diesem essen.
keineswegs zufrieden aber ist mancher fleischfresser der sich, weil von grundsicherung lebend, die exquisiten fleischbatzen nicht leisten kann und dann lässt er diesen frust an veganern aus, erfindet eine ganze reihe von argumenten um ihm den verzicht auf tierische nahrung vorwerfen zu können.
ein schwacher und überflüssiger kommentar von Dir – Volker.
auch in dreifacher wiederholung wird er nicht besser.
schon das einstellen eines beitrags über vegane ernährung allein reizt zu kritik an vorbildlich 

verzichtenden menschen.


Holdger Platta:
Lieber Volker,
Du weißt, daß ich weder Veganer noch Vegetarier bin (wenn auch erheblich zurückhaltender geworden beim Fleischverzehr). Du zählst auch viele Fakten auf, die bei der Bereitstellung von Lebensmitteln aus rein pflanzlicher Produktion dito höchst bedenklich sind (und auch Roland hat ja diesen Aussagen von Dir nicht widersprochen). Dennoch finde ich zweierlei befremdlich an Deinem Kommentar:
 Zuallererst – natürlich – die dreifache Wiederholung. Wieso dieses? – Wiederholung ist ein Grundmerkmal von Propaganda. Ich meine also, dieses fragwürdigen Mittels solltest Du Dich nicht bedienen. Hast Du auch gar nicht nötig.


(Die Wiederholung war keine Propaganda, sondern ein Fehler mittels Software)

Das zweite Befremden hat mit der ‚Grundlogik‘ Deiner Einwände zu tun: wieso muß einer, der über die Farbe Grün schreibt, im gleichen Artikel auch über die Farbe Rot schreiben? – Du verstehst nicht, was ich damit ausdrücken will? – Nun: wenn sich einer das Thema vornimmt, die Fragwürdigkeiten nichtveganer/nichtvegetarischer Lebensmittelproduktion darzustellen, ist er doch nicht gezwungen, in demselben Artikel auch gleich noch das andere Thema abzuhandeln, die Probleme nämlich, die vielfach bei der Herstellung nichttierischer Lebensmittel existieren (worüber, etwa am Beispiel Nestle und Monsanto, übrigens hier schon mehrfach berichtet worden ist – dies nur nebenbei!). Du machst im Sinne Deines Vollständigkeitswunsches aus einem durch und durch soliden Artikel gleich ein partienweise sehr polemisch formuliertes Glaubwürdigkeitsproblem. Wieso? Ich versteh’s nicht, denn Du hast doch die Möglichkeit, hier im Kommentar – gerne auch ohne überflüssige Polemik! – die erwünschten Ergänzungen anzufügen. Keiner hindert Dich daran. Und wie gesagt: die von Dir bei diesem Artikel höchst ungerechtfertigterweise kritisierte Konzentration auf ein Problem, diese angebliche Lücke, existiert ja gar nicht, was die Fülle der dazu auf HdS veröffentlichten Artikel insgesamt betrifft. Übrigens gilt das auch für zahlreiche andere Themenbereiche, die auf HdS wieder und wieder behandelt werden. Du weißt das auch, Volker.

(Ja, habe es begriffen... überflüssige Polemik ist dumm, jedenfalls für einen Kommentator, nicht aber für einen HdS-Redakteur.)

Ich bin sehr – im Interesse der Verständigung – für ein „Sowohl – als auch“, nicht aber, wie Du es hier einklagst, für ein „Sowohl – als auch“ im Sinne der Anklage und eines absoluten „Muß“. Denn interessanterweise führt diese Auslegung des an sich guten Prinzips des „Sowohl – als auch“ bei Deiner polemischen Anwendung zu dem paradoxen Resultat, nach dem Prinzip des „Entweder – oder“ zu funktionieren: Entweder stellt Ihr gleich alle Aspekte einer Sache dar, oder Ihr seid einseitig, unglaubwürdig und von minderer Gesinnung (= lies doch Deine Polemik, was letzteres betrifft, noch einmal sehr genau durch! Du wirst da vielfach fündig!).

Und wie oft müssen wir hier eigentlich wiederholen, daß Menschen, die sich darum bemühen, für eine Verbesserung der Verhältnisse zu kämpfen, nicht gleich automatisch meinen, damit selber die besseren Menschen zu sein (auch diesen Ton schlägst Du leider in Deinem Kommentar an!)? – Das scheint mir eher für solche Zeitgenossen zuzutreffen, die permanent glauben, andere Menschen schlechtschreiben zu müssen. Und demzufolge selber was sind…? – eben!
 

Vielleicht solltest Du über die Anmaßung der letzteren mal etwas präziser nachdenken. Von den vergiftenden Folgen solcher Anmaßungen für eine besser doch fair zu führende Diskussion einmal ganz abgesehen. Und von dem sinnlosen Energieverbrauch dito: nämlich zwanghaft Menschen niederschreiben zu müssen, die auf derselben Seite zu kämpfen versuchen, wie man selber es tut.
 

Ehrlich gesagt, fällt mir dazu ein alter Spruch von mir ein: „Zeige mir, wen Du Dir zum Vorbild nimmst, und ich sage Dir, wer Du sein willst!“
.
Mit herzlichem Gruß
Holdger


Volker:
@rr,
mir stellten sich lediglich einige spontane Fragen bezüglich des verlinkten Artikels im Zusammenhang zu der Thematik der Umweltbelastung, und dies nicht erst seit gestern. Meine kritischen Bemerkungen richteten sich an das angesprochene Thema selbst sowie an den Autor, der – sollte er meinen Kommentar lesen – gerne auch darauf antworten könnte. Du als HdS-Redakteur, der lediglich einen Artikel verlinkte, warst somit auch nicht der Adressat meines Kommentars, was auf HdS des öfteren verwechselt wird, wenn es bestimmte Themenbereiche betrifft, die Dir nahe liegen. Von Ermahnungen und Vorwürfen meinerseits kann hierbei nicht die Rede sein, ebensowenig von Unwissenheit, die Du mir einfach unterstellst, kritisches Denken als kritkunwürdig darstellst.


Weiterhin liest und interpretierst Du aus meinem Kommentar einiges heraus, was ich so nicht geschrieben habe. Ich habe auch nicht geschrieben, dass "Pflanzen Böden verbrauchten", dies wäre reiner Schwachsinn, ich schrieb darüber, dass fruchtbare Böden mittels Chemi ausgebeutet werden, um Erträge sowie Gewinne zu sichern. Die Folgen sind ausreichen bekannt, das wissen wir alle schon lange.

@Eulenfeder:
von Dir habe ich auch nichts anderes mehr erwartet, als einen Kommentar von mir als schwach und überflüssig zu bezeichnen, scheust nicht einmal davor zurück, mir meine Grundsicherung um die Ohren zu schlagen, kritisches Denken mit angedichteter Armutsfrustration verwechselst. Dafür solltest Du dich schämen.

(Die mehrfache Wiedergabe meines Textes war nicht beabsichtigt, was ich in einem Nachfolgekommentar berichtigte, der leider nicht veröffentlicht wurde.)

Fazit:
Ich finde es sehr schade, für meine Meinungen zu gängigen HdS-Themen weiterhin den Prügelknaben abzugeben, Kommentare von mir mit dem intellektuellen Skallpell bis zur Unkenntlichkeit seziert werden.

@Holdger, erspare Dir das Sezieren sowie all Deine Unterstellungen von oben herab, erspare Dir Deine analytischen Versuche, mich, Volker, erklären zu müssen. Dazu bist Du gar nicht in der Lage, ohne den Mensch Volker zu kennen, mich begreifen zu können. So langsam verstehe ich auch, dass Charlie von der Narrenschiffsbrücke ein erhebliches Problem zu Dir hatte, dies kann ich durchaus nachvollziehen, wenn Du mir leichthin ein "zwanghaftest Niederschreiben" unterstellst –  mir somit einen psychischen Defekt attestierst (?), schreibst dazu noch von einer " fair zu führende Diskussion" in Deinem Sinne.

Ich werde mich auf HdS nicht mehr einbringen. Meinen Dank an die Redaktion, einige Beiträge als Hartz IV-Betroffener veröffentlichen zu dürfen.

Gruß – Volker

Kommentare:

Charlie hat gesagt…

Volker, ich könnte jetzt einen Roman dazu schreiben - unterlasse das aber lieber, da ich glaube bzw. hoffe, dass Du dich mit den Herren Platta und Faulfuß auch wieder versöhnen kannst. Die alberne leichenfressende Eule hingegen solltest Du in jedem Falle ignorieren - da fruchten Logik und Argumente ohnehin nichts. Es wird mir wohl ewig ein Rätsel bleiben, weshalb diesem menschenfeindlichen, intelligenzfreien Vollhonk bei den Esos ein solcher Freibrief ausgestellt wird.

Ich wünsche Dir sehr, dass Du den Spagat zwischen berechtigter Kritik und gerade noch akzeptablen Kompromissen hinbekommst und die Hohlköpfe weiterhin mit wichtigen Texten (nicht nur zum Hartz-Terror) versorgst, damit diese auch von Menschen gelesen werden, die ansonsten mit der Realität nicht allzuviel am Hut haben.

Das ist sehr schwierig, ich weiß - ich halte Dich in dieser Hinsicht aber für weitaus diplomatischer als ich es bin. Und ich hoffe, ich irre mich da nicht. :-)

Liebe, solidarische Grüße!

frei-blog hat gesagt…

@Charlie,
ich glaube nicht, dass ich noch Lust dazu habe, mich auf HdS einzubringen, besser gesagt: mir einen Frust anzuschreiben. Es ist ja nicht das erste mal, dass mir dort dermaßen ans Bein gepinkelt wird, wenn es Themen betrifft, mit denen der Heilige RR eng verbandelt ist. Dass Platta dazu noch belehrend und von oben herab den intellektuellen Besserwisser abgibt, mit Vorwürfen und Unterstellungen daherkommt, mir dazu noch unterschwellig zum Vorwurf macht, dass ich falsche Vorbilder hätte (Du bist damit gemeint) – nein danke. Ich habe es zwischenzeitlich noch einmal versucht, nun reicht es mir.
Mein letzter Kommentar, hier im Posting zu lesen, wurde erst gar nicht freigeschaltet, warum auch immer. Soweit zum fairen Umgang mit eigenen Meinungen auf HdS.
Gruß –
Volker


Charlie hat gesagt…

Ich hoffe, Du überdenkst das noch einmal. Es kann nicht sinnvoll sein, wenn kritische Stimmen bei den Esos ganz verstummen bzw. nur noch vereinzelten Rechtsradikalen und anderen Spinnern vorbehalten bleiben.

Äußerst beschämend bzw. bezeichnend finde ich es allerdings, dass die Herren Faulfuß und Platta es offensichtlich nicht für nötig erachten, sich hier zum Sachverhalt zu äußern. Noch viel deutlicher könnten die beiden das Sektierertum ihrer esoterisch-elitären Filterblase sowie die Missachtung Deiner Person gar nicht illustrieren.

Liebe Grüße!