08.05.2016

Damals – Tütensuppen aus Kartonagen.

B. mochte Tütensuppen aus dem neuen Laden, indem der Kunde seine Einkäufe selbst auspacken durfte, verschämt um sich blickte, zahlte und davonsprang. Tütensuppen waren für B. der Renner schlechthin, ein eingetrocknetes Klump, das sich mit Wasser zu einer Suppe verwandeln lies, in der einiges herumschwamm, sogar winzige Fadennudeln, umgeben von Gemüsestaub.

Aldi umgab sich mit dem Charme einer Lagerhalle im Palettendesign, eine geniale Marketingstrategie, mit dem Flair wirtschaflichen Aufschwungs nach entbehrungsreichen Hamstertagen ab Kriegsende.

B. und sein Bruder – aufgeweckte Volksschüler einer Volksfamilie – verpassten den Einstieg in Kartons auf Paletten, während sich zwei ebenso aufgeweckte Brüder schon längst ihre Lagerhallen teilten, im Norden wie im Süden.

Mutter ging putzen, putzte sich für einen Tütensuppen-Lohn ihre Hände wund, Vater hatte Krebs, Tante E. fand den Willy toll, Kennedy wurde abserviert, Schwarze waren schwarz wie Neger, Vietnam wurde verbrannt.

Wer möchte dies noch wissen, wenn Haushaltsreiniger Düfte aus Zitronensäften versprühen –

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