31.05.2016

Hartz IV-Tagebuch – Armut ist nicht gebührenfrei.

Kleinbanker meiner Sparkasse mögen keine abgerissene Kunden, die nicht zum Erscheinungsbild ihres Berufstandes passen, sich – schrecklich anzusehen – in Armutsmode kleiden, Armut ausstrahlen, am Monatsende sogar ihre Armutskonten plündern. Schrecklich, wenn Armutskontoauszüge lesbar werden.

Man gibt sich immerhin noch geduldig, wenn Armut danach fragt, warum verbleibende vier Euro in Münzen nicht mehr ausgezahlt werden, bis im nächsten Monat ein glatter Betrag zu Verfügung stehen wird (O-Ton: »Sie müssen ihr Konto verwalten... «), ein Geldautomat dies noch akzeptiert, einen zusätzlichen Fünf Euro-Schein bewilligt, den sich das Armutspack ansparen darf.

Notfalls zahlen wir (das Armutspack) mit Karten am Monatsende Lebensmittel für vier Euro ;ein Service der Sparkassen, auch Kontoführungsgebühr genannt.

Kommentare:

promenadenmischung hat gesagt…

Bei Euch gibt's noch 5 €-Scheine am Automaten?
Wurde hier bereits vor 6+ Jahren abgeschafft.
10 € sind der kleinstmögliche Automatenabhebebetrag.
Wenn die Kohle auf dem Konto auf < 10 € abgeschmolzen
ist, kann man mit Karte zahlen: Der letzte Aldi-Einkauf
vor Neuhartz :D

frei-blog hat gesagt…

Ja, noch an einem einzigen Automaten, um den bargeldlosen Übergang zu erleichtern.
Ich schätze mal, dass in den nächsten drei Jahren die digitale Abhängigkeit umgesetzt wird, Kinder ihre Sparschweine mit einen Kindertarif füttern dürfen, dafür mit Negativzinsen belegt werden.