14.05.2016

Zwergenleid aus dem 30. Stock betrachtet.

Ein Zwergensetzer saß einst vor einer riesigen Bleisetzmaschine, tippte wild auf viel zu großen Tasten traurige Melodien, bis ihn plötzlich ein heftiger Zornesausbruch von seinem Setzerstuhl zu Boden warf.
»Lügenpresse«, schrie er kleinlich, »kein einziger Zwerg meiner Zunft biss jemals einem Riesen ein Ohr ab!« 
(Man beachte bitte den Höhenunterschied aus der Froschperspektive heraus.)

Oberhalb – Chefetage, 30. Stock –  saß ein riesiges Hinterteil bequem in einem gewaltigen Chefsessel aus Zwergenleder Tropenholz, lachte herzlich über seinen jüngst erworbenen Leihzwerg, der in einem Anfall lustigen Zwergenaufstands über den Zwergenboden kroch, trat riesenfüßig nach unten, beschwerte sich beim  Jobcenter, Zwergen-Verleih, Branchenbuch, BMAS,  dass man ja ständig einen kleinwüchsig Behinderten, Zwerg zu entsorgen hätte, (Bundes-Abfall-Wirtschaft) der nicht willig oder kräftig genug sei, auftragsgemäße Leibeigenschaft , Sanktionsandrohungen, Funktionen zu erfüllen, man gehe daher davon aus, dass bei einem jährlichen Bedarf hunderter Zwerge (grob geschätzt) über einen Rabatt verhandelt werden müsse.

Alles Lüge.
Bleisetzmaschinen sind längst verschrottet.
Zwerge gibt es nur in Märchen.


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