06.07.2016

Deutschball über alles – ein Kollateralplatten.

Bin längere Wege zu Fuß nicht mehr gewohnt – fahre Fahrrad, die Strampelei hält mich fit.

Komische Sache das: fährst du Fahrrad, zeigt sich ein Fußmarsch als sportliche Herausforderung, fährst du kein Rad, sagt dir der Arzt, Radfahren wäre das Ah und Oh zur Vermeidung frühzeitiger Verkalkungsablagerungen im System.
Klar, irgenwie schon, jedenfalls halten meine Treter länger als vorgesehen.

Nun ist die Luft raus, hatte sich über Nacht aus dem Hinterrrad verflüchtigt.
Schreckliche Sache, nicht nur wegen den überflüssigen Fußmärschen, sondern, weil die Jungs von der Radklinik ja auch nix umsonst heilen. Platten ist Platten – verflixte Kiste.

Ich laufe mir nun für zwei Tage – als Opfer europäischer Fußballexzesse – die Füße platt.
Wenn sich die Deppengemeinde lallender Fans schon grölend zu Besäufnissen verabredet, sollte sie ihren Glasscherbenmüll danach doch bitte restlos zusammenfegen.
Geht's noch, ihr Fahnenschwenker?

Nächsten Freitag mach ich die Rechnung auf, gnadenlos bis auf den Cent.
Und keine Ausreden, von wegen der Erhaltung deutschen Brauchtums. Das zieht bei mir nicht, schon gar nicht, wenn ich für hochprozentigen Nationalstolz auch noch blechen muß.
Getickt, oder wollt ihr mir ein paar Inkontinenzler mit Hoolifantasien auf den Hals hetzen? Ginge schon, aber nur mit Pampers auf allen vieren.

Wenn ich gemein wäre, ein asozial-verknöcherter Spassverderber des runden Leders, jaja – wäre schon eine lustige Vorstellung, eine National11, Nationaltrainer sowie den gesamten, verballerten Nationalladen auf Schadensersatz zu verklagen. Die machen vollfette Kohle, während ich einen Platten finanzieren darf.

Sollte mein Ballland in letzter Runde es so richtig krachen lassen, wage ich keinen Schritt mehr vor die Tür, schütze Leib, Leben und mein Fahrrad.












Tor –
wir reden Fußball,
wir schießen zurück!

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