21.12.2016

Frohes Fest – drei Euro für den Akkordionspieler.

Altstadt. Leise Akkordionklänge. Ein alter Mann sitzt in der Kälte, spielt virtuos sanfte Melodien.
Ich komme gerade aus einem Metzgerladen, stolzer Besitzer eines Schweinebratens, gewürzt und eingeschweißt, ein Weihnachtsmahl, ein seltenes Geschenk von mir an mich, das  – ich kann es nicht leugnen – mir nach Jahren leidlich dekadent erscheint.
Ich sehe diesen Mann an, sehe mich an einer Hauswand sitzen. Kurze Filmsequenzen spiegeln Erschrecken und Traurigkeit wider, stumm wie verblassende Lebensschatten.
Danke. Wir sehen uns an, blicken zur Seite, sehen uns nochmals an. Lautlose Worte des Verstehens verhallen zwischen Altstadtmauern, gravieren ihre düsteren Schatten auf Pflastersteinen.

Eine Träne gefriert in meinem Auge.

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