31.01.2017

Blödes Hartz IV-Tagebuch – Psychoterror am Zahltag.

Geil, heute gibt's Kohle für weitere vier Wochen Angemessenheit.

6.00 Uhr
Springe hechelnd aus dem Bett, grüße im Freudentaumel den letzten Tag des Monats .
(Ich stehe früh auf, da kann ich auch länger herumschmarotzen – gelle.)

10.00 Uhr
Keine neuen Auszüge vorhanden.
10.30
Keine neuen Auszüge vorhanden.
11.00
Keine neuen Auszüge vorhanden.
(Lungern Sie niemals gierig in einer Sparkassenfiliale herum.)

Was los hier. Staatspleite, Cyberangriff, Kriegsbeginn? Oder stehe ich als Gefährder des inneren Friedens auf irgendeiner Abschussliste, werde gerade sanktionierend ausgehungert? Möglicherweise ein erster Warnschuss unter präventiver Folter, um mir die Gnade meiner Abhängigkeit knallhart zu demonstrieren. Angstschweiß, Atemnot.

12.30
Irres Lachen am Terminal erschreckte eine Mitarbeiterin der Sparkasse, als ich ihr – unter Tränen – meinen frisch ausgedruckten Kontoauszug des Glücks zeigte: »Guck mal, das bin ich!«

Professionell an- sowie ausgelächelt wartete ich auf den finalen Kick, auf das Ausspucken des Geldautomaten. Geil, der funktioniert noch.

Keine Kommentare: