28.05.2017

schönreden

Zeit für Veränderung, dachte ich belustigt, Stillstand fühlt sich leblos an.

Auf dem Herd verkochten Kartoffeln zu einer blubbernden Masse, geduldig auf Vollendung wartend.
Du bist so schön, so schön, so schön, trällerte ich vergnügt, lehnte meine Stirn an die verschlossene Kühlschranktür und lauschte der Stille.

Auf der Fensterbank verstarb, ohne Begründung, eine Stubenfliege. In der Ferne erklangen Kriegstrommeln wie lautlos-erdachte Schreie.
Während ich mich – sinnloserweise – mit weiteren tiefsinnigen Gedanken befasste, Abgründe erahnte, sie zu berechnen- zu analysieren versuchte, riefen mich Kirchenglocken fordernd zur Ordnung – pünktlich um elf Uhr nach Gotteszeit.

Beten und hoffen, dachte ich im Zorn, alles erscheint so schön, so schön und wunderbar, begrub die Stubenfliege in einer Streichholzschachtel und versank abermals in den Tiefen absurder Gedankenspiele.

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