» Solange es noch geht, versuche ich mich ausreichen und gesund zu ernähren.
Die Erniedrigung, bei einer Tafel betteln zu gehen, möchte ich mir ersparen sowie das Containern auf einem Supermarktgelände.
Immer mehr Menschen werden brutal in die Armut gedrückt, und in ihrer Hilflosigkeit dazu noch diffamiert.
Junge und Alte.
Menschen, deren Würde abgesprochen wird, um sie damit aus unserer Gesellschaft auszuschließen.
Unsere Regierung schert es allerdings einen Dreck; die noch Besitzenden ereifern sich über den Feind "Sozialschmarotzer".
Armes Deutschland. «
von Volker
Letscho für alle Fälle
Gerade in der jetzigen Jahreszeit, wo Tomaten und Paprika günstig zu kaufen sind, koche ich mir Letscho, das in einigen Ländern (z.B. in Ungarn) als Mahlzeit sehr beliebt ist.
Dazu gibt es Reis, Nudeln (Spaghetti) oder einfach nur Brot. Ich persönlich esse es gerne zu Frikadellen und Würstchen, da ich mir anderes Fleisch nicht mehr leisten kann.
Letscho ist in meiner Küche fest integriert, da es sich auch ein paar Tage im Kühlschrank frisch hält.
Mein Single-Rezept für zwei Mahlzeiten
Zutaten:
4 bis 5 frische Tomaten,
2 bis 3 Paprika,
1 größere Zwiebel,
Knoblauch,
Olivenöl,
2 Teelöffel Salz, 1 Teelöffel Zucker,
1 Dose Tomatenmark,
1 Teelöffel Balsamico-Essig (wenn vorhanden),
Peffer aus der Mühle.
Die Tomaten sowie die Paprika in Stücke schneiden, die restlichen Zutaten dazu geben, und mit etwas Wasser auffüllen.
Das Ganze 30 bis 45 Minuten auf kleiner Hitze köcheln lassen und ab und zu umrühren.
Bis auf Tomaten sowie Paprika habe ich alle weiteren Zutaten immer vorrätig.
Am letzten Freitag konnte ich mir somit für 2 Euro mein Letscho kochen, was ich mit Frikadellen und Basmati-Reis kombinierte.
Am Tag darauf gab es dazu Spaghetti, wobei ich die restlichen Frikadellen klein schnitt und mit dem Letscho 5 Minuten erhitzte.
Kein Hexenwerk, kommt aber immer gut.
Die Steckrübe
Bild: planet-wissen.de; die Steckrübe
In der Zeit von Oktober bis März gibt es wieder die Steckrübe, auch Wruke genannt, die nicht nur gesund, sondern auch sehr preiswert ist (das Kilo für 99 Cent).
Mit wenigen Zutaten lässt sich daraus ein wohlschmeckender Eintopf zubereiten, der meine eigene Not über die Winterzeit etwas lindern wird.
Hier mein Rezept, mit folgenden Zutaten für zwei Mahlzeiten, bzw auch für zwei Personen:
1 Steckrübe (600-700 Gramm)
1 Kohlrabie
4-5 Kartoffeln
3 Wiener Würstchen (gab es im Angebot)
1/2 Ring geräucherte Blutwurst (hatte ich noch)
1 Zwiebel
1 Stück Schweineschmalz
1 Teelöffel Salz
Die Zubereitung des Eintopfs ist keine Hexerei, und die Zutaten ergeben ein wirklich gelungenes Essen; wobei das zu verwenden ist, was Sie gerade preiswert erstehen können.
Als Grundlage natürlich die Steckrübe.
Zubereitung:
Ich schneide das Gemüse mit den Kartoffeln in kleine Stücke, gebe Schmalz, Salz sowie die geschnittene Blutwurst dazu, fülle das Ganze im Topf mit Wasser auf (gerade bedeckt), und lasse alles 45 Minuten sanft vor sich hinköcheln.
Die klein geschnittenen Wiener Würstchen kurz vor Ende der Kochzeit dazu geben, und mit etwas Pfeffer aus der Mühle nachwürzen.
Sie benötigen hierbei auch keine weiteren Zusätze, wie Brühe/Brühwürfel, was nur den Gesamtgeschmack verderben würde.
Ich kann diesen Eintopf nur wärmstens empfehlen.
Ein schmackhaftes Essen, das Sie beliebig verändern können.
"Dicke Suppe" zum Überleben
Frisch eingekauft:
1 Beutel Karotten - 99 Cent
1 Kohlrabi - 60 Cent
1 Beutel Hühnerklein - 80 Cent
Aus meinen Vorräten:
3 Kartoffeln (habe ich immer als Vorrat)
1 Tasse Perlgraupen (ebenfalls Vorrat, die Packung kostet ca. 80 Cent und reicht für einige Zeit)
Was das Gemüse betrifft, könnt Ihr einkaufen, was gerade saisonbedingt am günstigsten ist. Karotten sind ein Muss, da man sie das ganze Jahr zu einem günstigen Preis einkaufen kann und sie auch für eine Woche im Kühlschrank lagerfähig sind.
Hier das Rezept:
Das Hühnerklein, eine Zwiebel, einen halben Teelöffel Salz in einem grossen Topf 30 bis 45 Minuten auskochen und dann die Teile wieder herausnehmen. Das Hühnerklein dient nur dazu, eine gute Brühe zu bekommen.
Danach gebt Ihr das klein geschnittene Gemüse (von den Karotten ca. 5 Stück) sowie die Perlgraupen dazu und lasst das Ganze auf kleiner Stufe nochmals 45 Minuten köcheln.
Am Schluß gebt Ihr noch einen gut gehäuften Esslöffel Gemüsebrühe aus dem Glas dazu, ein weinig Tomatenmark (immer nach eigenem Geschmack) - und rein in den Teller.
Der Vorteil an diesem Rezept:
Reicht für 2 Tage, ist sehr schmackhaft (da keine Maggi-Suppe) und außerdem noch gesund.
Für den zweiten Tag hatte ich mir noch 2 Ründswürste geleistet, gebe noch eine Handvoll Nudeln dazu und träume davon, dass wieder einmal ein Steak seinen Weg in meine Pfanne findet.
Mit den restlichen Karotten lässt sich noch ein Gemüse zubereiten, eine Dose Erbsen dabei, und dazu gibt es Kartoffeln, Reis oder Nudeln. Jedenfalls so lange, bis mir all dies nicht aus den Ohren herauskommt.
Brotsuppe
Ich kaufe mir mein Brot (1000 Gramm, Roggenmischbrot) immer im Supermarkt, da ich mir die Preise einer Bäckerei nicht mehr leisten kann.
Die Herstellung übernimmt zwar eine Großbäckerei, aber für 1,30 Euro ist es sehr schmackhaft und macht satt.
Als Single habe ich allerdings auch das Problem, dass öfters ein grösseres Stück übrig bleibt und hart wird. Im ALG II-Bezug kann ich es mir nicht leisten, Lebensmittel vergammeln zu lassen, sie in den Abfall zu geben.
Das muß auch nicht sein, da der Armutsregelsatz für die eigene Ernährung eh schon nicht mehr ausreicht.
Die Brotsuppe macht es. Ich verwerte altbackenes (hartes) Brot zu einer kleinen Köstlichkeit.
Für eine gute sowie nahrhafte Suppe benötige ich immer frisches Gemüse.
Die Dauerbrenner sind Karotten, Zwiebeln, Kohlrabi, Tomaten, Knoblauch, und alles, was die Jahreszeit gerade günstig hergibt.
Insgesamt lasse ich die Zutaten 45 Minuten auf kleiner Stufe köcheln und gebe am Schluß noch einen Esslöffel Brühe sowie etwas Tomatenmark dazu.
Sollte ich dazu noch das Glück haben, günstig zwei Hühnerschenkel zu erstehen, koche ich sie mit.
Rindfleisch ist von meinem Speiseplan gestrichen, da nicht mehr bezahlbar.
Hartz 4 lässt grüßen.
In den letzten 15 Minuten der Kochzeit gebe ich dann das klein geschnittene Brot dazu und lasse es mitziehen.
Zur Verfeinerung wären da noch ein gequirltes Ei sowie Parmesankäse (wenn vorhanden).
Guten Appetit.
Brotknödel
Ich hatte vor zwanzig Jahren einmal dieses Rezept ausprobiert.Brotknödel
Es bestand hauptsächlich aus altbackenem Vollkornbrot (Kommissbrot), mit weiteren Zutaten wie geriebener Emmentaler und Petersilie.
Das Ergebnis war fantastisch. Ich kochte die Knödel in einer Brühe mit.
Da ich auch öfters ein Reststück altbackenes Brot (Roggenmischbrot) übrighabe, werde ich demnächst ein bischen herumexperimentieren.
Alte Brötchen eignen sich auch dafür.
Weggeschmissen wird bei mir nichts.
Da ich hier kein Mischungsverhälnis angeben kann, nenne ich nur die Grundzutaten, wobei ich den Käse sowie die Petersilie aus Kostengründen ausspare.
Zutaten:
kleingeschnittenes Brot,
1-2 Eier,
Mehl,
Milch,
Muskat, Salz und Pfeffer.
Brotwürfel in der Milch einweichen, die restlichen Zutaten dazugeben, und alles zu einem festen Knödelteig verarbeiten.
Die Knödel in einer Soppe, Brühe oder Wasser c.a. 15 Minuten sieden lassen.
Bitte langsam an die Menge der Zutaten herantasten, damit der Knödelteig nicht zu dünn wird.
Feine Nudelsoße aus Resten
Da ich dringend ein paar Restbestände verarbeiten mußte, damit sie mir nicht vergammeln, kochte ich heute eine Nudelsoße, die mir in einigen Tagen noch ein schmackhaftes Essen auf den Tisch bringt.
Zutaten für eine Person:
1 Karotte, in kleine Stücke geschnitten;
2 reife Tomaten (zerkleinert);
1 feingeschnittene Zwiebel;
2 Knoblauchzehen;
jeweils 1 Teelöffel Salz und Zucker;
1 Teelöffel Brühe;
Tomatenmark nach Gefühl zum Eindicken;
etwas Olivenöl.
Die Zutaten mit Wasser bedecken, und 45 Minuten köcheln lassen.
Die heiße Soße füllte ich danach in ein ausgespültes Glas mit Twist-Off-Deckel, um sie danach noch für ein paar Tage im Kühlschrank lagern zu können.
Nach dem Einfüllen das Glas auf den Kopf stellen und abkühlen lassen.
Später kommen noch getrocknete Kräuter dazu, wenn vorhanden sowie Pfeffer aus der Mühle.
Eine erste Geschmacksprobe: Daumen hoch :-)
Lässt sich sicherlich auch mit anderen Gemüseresten bestens kombinieren.
Dicke Gemüsesuppe mit Rosenkohl
Zutaten:
Rosenkohl,
Karotten,
Kartoffel,
1 Ziebel,
etwas Schweineschmalz,
Salz
Die geschnittenen Karotten mit etwas Wasser 15 Minuten vorkochen.
Die Rosenkohlröschen halbieren sowie die Kartoffeln in kleinere Stücke schneiden.
Alle Zutaten zu den Karotten geben, mit Wasser geradeso bedecken und zusammen nochmals 45 MInuten leicht köcheln lassen.
Zum Schluss mit etwas Pfeffer aus der Mühle nachwürzen.
Ich verzichte hierbei bewußt auf die Zugabe einer Instantbrühe, um den Geschmack nicht zu verfälschen
Diese Gemüsesuppe schmeckt sehr gut.
Pastasoße mit Champignons
Unter Hartz IV-Bedingungen noch einigermaßen abwechslungsreich zu kochen, ist wirklich eine Herausforderung. Schon im Hinblick darauf, Mangelerscheinungen zu vermeiden.
Es gibt Menschen, die der Meinung sind, wer nicht arbeitet, müßte auch nichts essen. Es sind diese Zyniker und Menschenverachter, die selbst niemals mit Armut konfrontiert werden, da wir sie für ihre Verachtung noch bezahlen müssen.
Nun zum rezept.
Zutaten:
Olivenöl,
1 Zwiebel,
1 geraspelte Karotte,
frische Champignons,
1 Becher süße Sahne,
etwas Tomatenmark,
Salz/Pfeffer aus der Mühle,
1 Teelöffel Majoran
Die kleingeschnittene Zwiebel mit den Champignons (Scheiben) im Olivenöl etwas vordünsten, die restlichen Zutaten dazugeben, und alles c.a. 15-20 Minuten vor sich hinköscheln lassen.
Dazu gibt es nätürlich Nudeln.
Momentan gibt es bei Aldi preisgünstig deutschen Lauch zu kaufen.
Vom Gemüse aus Spanien habe ich mich verabschiedet, da die Herstellungsbedingungen für die Arbeiter menschenunwürdig sind sowie jede Menge an Pestiziden eingesetzt werden.
Champignons, Lauch und Karotten ergeben ein leckeres Pfannengemüse, das sich mit Basmatireis sehr gut kombinieren lässt.
Die Karotten koche ich vor, das sie eine längere Garzeit benötigen. Danach gebe ich sie mit den Champignons und dem Lauch in eine Pfanne, gieße etwas Kochwasser der Karotten dazu, würze alles mit Salz und Pfeffer, und lasse das Ganze c.a. 15 Minuten köscheln.
